Schaden in Millionenhöhe

Jugendlicher nach Hennefer Schulbrand in U-Haft

HENNEF. Ein 15-Jähriger soll die Gesamtschule in Hennef angezündet haben. Der Junge, der in einem Jugendheim wohnte, soll der Polizei den Brand selbst anonym gemeldet haben.

Einen Tag nach dem Großbrand in der Gesamtschule Hennef-West verdichten sich laut Polizei die Hinweise, dass ein in der Nähe des Einsatzortes festgenommener 15-jähriger das Feuer verursacht hat. „Wir gehen von Brandstiftung aus“, sagte Burkhard Rick, Sprecher der Polizei. Der Jugendliche stehe nach „Wertung der Gesamtumstände“ unter dringendem Tatverdacht.

Wie berichtet, traf eine Polizeistreife noch während der laufenden Löscharbeiten den 15-Jährigen aus Hennef gemeinsam mit einem Begleiter in der Nähe des Einsatzortes an. Da er zuvor aus einem Jugendheim in Lohmar als abgängig gemeldet worden war, nahmen die Beamten ihn in Gewahrsam. Dabei leistete er laut Polizei massiven Widerstand.

Der Großbrand hatte das Gebäude B der Gesamtschule an der Wehrstraße am Sonntagmorgen schwer beschädigt.  Das Feuer hatte sehr schnell aus dem Treppenhaus auf den Dachstuhl und angrenzenden Klassenräume übergegriffen. Ein anonymer Anrufer meldete der Feuerwehr, dass die Hauptschule brenne. Wie die Polizei auf GA-Anfrage mitteilte, hätten die Ermittlungen ergeben, dass der Anruf vom Handy des 15-Jährigen abgesetzt worden war. Am Nachmittag wurde er dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an, da Fluchtgefahr bestehe.

Ungewöhnlicher Notruf

Dem Großeinsatz von 126 Kräften war ein ungewöhnlicher Notruf vorausgegangen, bestätigte Polizeisprecher Burkhard Rick am Sonntag: „Der Anrufer hat gesagt ,Die Hauptschule brennt' und hat aufgelegt.“ Weil man weder einen Scherzanruf noch einen echten Notruf ausschließen konnte, sei eine Feuerwehr-Führungskraft aus Hennef-Happerschoss um 5.48 Uhr als Branderkunder in die Wehrstraße gefahren, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Vitiello: „Bei Eintreffen stand das Treppenhaus von Gebäude B bereits im Vollbrand.“ Die Feuerwehr löste Groß- und schließlich Vollalarm für die Stadt Hennef aus und orderte 126 Einsatzkräfte, darunter auch Teile des Löschzugs Sankt Augustin-Mülldorf mitsamt einer weiteren Drehleiter, nach Hennef.

Binnen Minuten hatte sich das Feuer aus dem Treppenhaus auf den Dachstuhl und die angrenzenden Klassenräume im ersten Obergeschoss ausgebreitet. Flammen loderten Meterhoch in den frühen Morgenhimmel. „Neben dem Löschangriff wurden daher zwei weitere Einsatzabschnitte eingerichtet, um mit einer Riegelstellung die beiden angrenzenden Gebäude A und C zu schützen.“ Weitere Helfer stellten die Wasserversorgung sicher, indem sie neben diversen Hydranten im Wohngebiet auch einen Teich in 250 Metern Entfernung anzapften. Gegen 8 Uhr meldete Einsatzleiter Markus Henfel „Feuer unter Kontrolle“.

Erinnerungen an den November 2004

Für die Einsatzkräfte war der Einsatz damit allerdings noch lange nicht beendet: Über Stunden mussten Trupps unter schwerem Atemschutz über die beiden Drehleitern Glutnester im Dachstuhl freilegen und ablöschen. Die verkohlten Reste der Klassenräume im ersten Obergeschoss wurden mit Löschschaum geflutet.

Die Flammen, die aus dem Dach der Schule loderten, weckten bei vielen Einsatzkräften und Nachbarn Erinnerungen an den 3. November 2004: Damals war bei Dacharbeiten, die im Zuge einer umfangreichen Brandschutzsanierung durchgeführt wurden, das Dach des Hauptgebäudes A in Brand geraten. Weite Teile der Schule wurden damals Raub der Flammen. Am Sonntagmorgen konnte der Brand auf das Gebäude B, einen Querriegel des Hauptgebäudes, beschränkt werden.

Die Polizei bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, die mit dem Brand in Verbindung stehen könnten, sich unter 02241/5413521 zu melden.