Baumfällungen wegen Pilzbefalls

In Hennef fallen acht kranke Bäume

Hennef. Die Stadt musste in den vergangenen Wochen mehrere Exemplare aus Sicherheitsgründen fällen lassen. Noch im Januar wird die Stadt auf dem Geistinger Friedhof acht Bäume niederlegen, deren Wurzeln Wege und Grabeinfassungen angehoben haben.

Insgesamt 8500 Bäume, verteilt auf das gesamte Stadtgebiet, befinden sich derzeit im Eigentum der Stadt Hennef. Dass die Linden, Platanen, Eichen oder Robinien, die von städtischen Mitarbeitern gepflegt werden, natürlich nicht nur in Waldgebieten, sondern auch mitten in der Stadt entlang von Straßen und Gehwegen stehen, macht die Sache kompliziert, denn die Stadt hat laut Umweltamtsleiter Johannes Oppermann natürlich eine Verkehrssicherungspflicht. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen, die ein von der Stadt beauftragter Baumkontrolleur durchführt, sehr wichtig. „Die meisten Bäume sind unauffällig, aber es gibt 20 Bäume pro Jahr, bei denen wir etwas tun müssen“, sagte Oppermann. So geschehen im Dezember, als eine Linde, ein Ahornbaum und eine Platane im Kurpark sowie ein Walnussbaum auf dem Dorfplatz in Happerschoß gefällt werden mussten. Alle vier Bäume waren derartig von Pilzerkrankungen befallen, dass sie aus Sicherheitsgründen nicht stehen bleiben konnten.

„Wir versuchen, Bäume so lange wie möglich zu erhalten, aber manchmal geht es leider nicht anders“, sagte Oppermann. Mit Heiner Dresen hatte die Stadt einen von der NRW-Landwirtschaftskammer bestellten und vereidigten Sachverständigen für Baumpflege beauftragt, Gutachten über den Zustand der Bäume zu stellen. „Da muss dann schon ein ausgewiesener Fachmann genau hinschauen“, sagte Oppermann. Nicht mit jedem Pilzbefall ist laut dem Umweltamtsleiter die Statik eines Baumes gefährdet. Dresen hatte bei der erkrankten Linde im Kurpark allerdings einen fortgeschrittenen Befall durch den sogenannten Brandkrustenpilz festgestellt und attestierte dem Baum nur noch eine relativ geringe Lebenserwartung. „Aus sachverständiger Sicht empfiehlt sich wegen des ausgeprägten Befalls durch den Brandkrustenpilz eine zeitnahe Fällung innerhalb von vier Wochen“, lautete Anfang November Dresens Maßnahmenempfehlung. „So etwas darf man nicht ignorieren. Da mussten wir handeln“, sagte Oppermann.

Wurzeln als gefährliche Stolperfalle

Anfang Dezember wurden dann von Mitarbeitern des Bauhofs die Linde sowie zwei weitere, erkrankte Bäume (ein Ahornbaum und eine Platane) im Kurpark gefällt. Auch der Walnussbaum auf dem Dorfplatz in Happerschoß musste entfernt werden. Die Kernfäule bei dem etwa 15 Meter hohen Baum sei laut Oppermann einfach zu groß gewesen.

Wie krank ein Baum ist, lässt sich laut Oppermann mittels verschiedener Methoden feststellen. Mit Zugversuchen, bei denen ein Baum mittels Seilen auf Spannung gebracht wird, um einen Sturm zu simulieren, lasse sich die Standfestigkeit eines Baumes ebenso kontrollieren wie mit einer Beschallung des Stammes. „Die Resonanz der Beschallung sagt viel darüber aus, ob der Stamm hohl ist oder nicht“, sagte Oppermann. „Das Risiko muss kalkulierbar bleiben. Bäume müssen gesund sein. Wenn ein Baum erkrankt ist, aber gerettet werden kann, werden wir ihn natürlich erhalten. Wenn die Erkrankung allerdings zu sehr fortgeschritten ist, müsse die Stadt handeln und den Baum fällen lassen. „Manchmal geht es nicht anders“, sagte Oppermann.

Nicht nur aufgrund von Erkrankungen und der Verkehrssicherheit müssen Bäume entfernt werden, sondern auch, wenn Wurzeln sich zu gefährlichen Stolperfallen entwickeln. Noch im Januar wird die Stadt auf dem Geistinger Friedhof acht Bäume fällen lassen, deren Wurzeln in umfangreicher Form Wege und Grabeinfassungen angehoben haben.

Aber es wird Ersatz geben. „Als Ausgleich dafür werden wir zwölf Felsenbirnen anpflanzen, die sehr klimafest sind“, sagte Oppermann.