Geldstrafe wegen Tierquälerei

Henneferin ließ Katzen in Wohnung verhungern

Fress- und Trinknapf

Eine Henneferin musste wegen Tierquälerei eine Geldstrafe zahlen.

21.08.2015 HENNEF. Nach dem Hungertod eines dreijährigen Katers ist eine 41-jährige Katzenhalterin aus Hennef wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu 1125 Euro Geldstrafe verurteilt worden.

Es ist kaum zu glauben, aber leider wahr: Eine 41 Jahre alte Frau aus Hennef zog vorübergehend zu ihrer kranken Mutter, um diese und deren Katzen zu pflegen. In genau der Zeit befanden sich allerdings die zwei eigenen Katzen der Kauffrau alleingelassen und ohne Futter in der Wohnung der 41-Jährigen - mit fatalen Folgen: Der dreijährige getigerte Kater trocknete mangels Flüssigkeitsaufnahme aus und verhungerte, seine Mutter konnte im letzten Moment gerettet werden.

Vom Siegburger Amtsgericht wurde die Katzenhalterin jetzt wegen zweifachen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz rechtskräftig zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 1125 Euro (75 Tagessätze à 15 Euro) verurteilt. Vor Gericht hatte die Angeklagte geschildert, dass sich ein Bekannter um ihre Katzen kümmern wollte, als sie Anfang dieses Jahres zur Mutter, die ebenfalls in Hennef wohnt, zog. Dem Mann habe sie den Haustürschlüssel und 100 Euro für Futter gegeben und sich auf ihn verlassen.

Ordnungsamt verschaffte sich Zutritt zu der Wohnung

Doch der Bekannte, der sich mittlerweile im Ausland aufhalten soll, scheint sich nicht im Geringsten um die Katzen gekümmert zu haben: Mindestens zwei Wochen waren die Tiere laut Anklage vollkommen alleine in der Wohnung. Die Angeklagte selbst hätte das Schlimmste möglicherweise noch verhindern können: Am 17. Februar wurde sie vom Ordnungsamt kontaktiert, da sich eine Nachbarin aufgrund des lauten Maunzens aus der Wohnung Sorgen machte. In diesem Gespräch sagte die Frau zu, sich um die Tiere zu kümmern - doch es passierte nichts.

Da sich die Situation am nächsten Tag nicht verbessert hatte, verschaffte sich das Ordnungsamt Zutritt zu der Wohnung. Für den Kater kam jedoch jede Hilfe zu spät, er war bereits tot. Der Dreijährige - Normalgewicht fünf Kilo - war bis aufs Skelett abgemagert und wog gerade noch zwei Kilogramm. Seine schwarz-weiß getigerte Mutter war zwar in einem sehr schlechten Zustand. Auch sie hatte stark abgenommen und wog nur noch 2,8 Kilogramm. Sie konnte jedoch im Tierheim wieder aufgepäppelt werden. Anfang März hatte sie bereits wieder ein Kilogramm zugenommen. (Benjamin Jeschor)