Verkehrsunfall

Hennefer fordern mehr Sicherheit nach Tod von Kind

HENNEF. Nach dem tragischen Unfalltod eines Achtjährigen an der Bonner Straße wollen engagierte Bürger die Stadt auffordern, die Straße sicherer zu machen. Bereits mehr als 1800 Menschen haben eine Onlinepetition unterschrieben.

Blumen, Kerzen, Stofftiere und persönliche Botschaften zieren die Stelle an der Bonner Straße, an der am 20. März ein achtjähriger Junge unter tragischen Umständen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Es ist nicht der erste Unfall in der jüngsten Vergangenheit. Bereits am 19. Oktober 2017 starb ein 18-Jähriger. Er wurde von einem Auto erfasst, als er die Straße überqueren wollte. Ein weiterer Mensch erlitt bei einem Unfall schwere Verletzungen. Zwei Tote und ein Schwerverletzter sind für viele Hennefer Grund genug, sich ernsthaft um die Verkehrssicherheit an der Bonner Straße zu sorgen.

Mit einer Onlinepetition, die von der Initiative „Zehn Zebras – mehr Sicherheit für die Bonner Straße“ Ende März gestartet wurde, wollen engagierte Bürger deshalb die Stadt auffordern, die Höchstgeschwindigkeit auf der Bonner Straße auf 30 Stundenkilometer abzusenken – zumindest an den Querungshilfen – und zehn Zebrastreifen zwischen dem Bäcker am Geistinger Kreisel und der Wippenhohner Straße einzurichten. Mehr als 1800 Menschen haben sie bereits unterzeichnet.

„Der tragische tödliche Unfall des Jungen geht zwar nicht auf überhöhte Geschwindigkeit zurück. Dennoch sorgen sich immer mehr Menschen um die Verkehrssicherheit auf der Bonner Straße“, sagt Sigurd van Riesen, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Hennef, der die Onlinepetition unterstützt. Tempobegrenzungen und gesicherte Übergänge seien dabei ein großer Wunsch der Unterstützer der Petition, die noch gut drei Wochen läuft und danach Bürgermeister Klaus Pipke überreicht werden soll.

Wie berichtet, war der Achtjährige laut letzten Erkenntnissen der Polizei durch einen leichten Zusammenstoß mit einem Fußgänger mit seinem Fahrrad ins Straucheln geraten und auf die Fahrbahn gekommen, wo der Junge von einem Bus erfasst wurde. Ermittlungen der Polizei hatten zwar ergeben, dass weder zusätzliche Zebrastreifen noch Geschwindigkeitsbegrenzungen die beiden tödlichen Unfälle in der jüngsten Vergangenheit verhindert hätten, und auch der Gehweg trotz des Bauzauns, auf dessen Höhe der Achtjährige mit dem Bus kollidierte, mit 1,10 Meter breit genug gewesen sei.

Bauzaun wurde zurückgebaut

Anwohner Sven Schulenberg, der die Bonner Straße täglich quert, sieht das anders. „Die Bauzäune sind zumindest Teilursache des Unfalls gewesen“, sagt Schulenberg. „Sie wurden vor ein paar Tagen um einen halben Meter von der Bonner Straße weggerückt, um den nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern etwas mehr Sicherheit und Ausweichmöglichkeiten zu geben“, ergänzt er.

Laut Stadt ist der Bauzaun allerdings nicht aufgrund einer ordnungsbehördlichen, sondern einer zivilrechtlichen Maßnahme zurück gebaut worden, weil er zu sehr in das städtische Grundstück hineinragte.

„Ich denke schon, dass wegen des Unfalls der Zaun zurückgebaut wurde“, sagt Schulenberg und glaubt, dass die zahlreichen Aktionen wie ein selbstgebastelter Starenkasten, zahlreiche Medienberichte und die Onlinepetition der Initiative „Zehn Zebras“ dazu beigetragen haben. „Ich weiß natürlich, dass die Tempo-30-Forderung für die Bonner Straße illusorisch ist. Dennoch denke ich, dass dort etwas getan werden muss“, so Schulenberg, der jeden Tag seine achtjährige Tochter auf ihrem Schulweg bis zur Ampel an der evangelischen Kirche begleitet. „Auch meine Mutter, die täglich die Bonner Straße quert, fühlt sich zunehmend unsicher.“

Bereits kurz nach dem tödlichen Unfall des Kindes hatte die Stadt ihr Mitgefühl zum Ausdruck gebracht, stellte auf ihrer Seite eines sozialen Netzwerkes allerdings klar: „Es hat bereits im Oktober vergangenen Jahres einen tödlichen Unfall auf der Bonner Straße gegeben. Aber dieser Unfall hatte, wie der am 20. März, nichts mit überhöhter Geschwindigkeit zu tun. Keine bauliche Maßnahme, keine Geschwindigkeitsbegrenzung hätte diese beiden Unfälle verhindert. Aber natürlich werden Stadt und Polizei auch diesen neuerlichen Unfall in ihrer gemeinsamen Verkehrskommission genau besprechen. Sollte man dort doch zu der Erkenntnis kommen, dass bauliche Veränderungen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen nötig wären, wird man diese natürlich umsetzen.“