Gold bei Landeswettbewerb

Hennefer Ort gewinnt bei "Unser Dorf hat Zukunft"

Hennef. Hennefer Ort gewinnt bei „Unser Dorf hat Zukunft“ und nimmt am Bundeswettbewerb teil. Neben der Goldmedaille und dem Ticket nach Berlin erhält das Dorf 1000 Euro Preisgeld.

Wie groß die Freude in Lückert am Sonntag war, lässt sich an den ersten Zeilen der Nachrichten-Internetseite des Dorfes erkennen. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, steht dort in großen Buchstaben. Der rund 100 Einwohner starke Hennefer Ort wurde nach seinem Erfolg beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ jetzt auch auf Landesebene mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Damit darf sich Lückert nun noch einmal präsentieren – beim Bundeswettbewerb. Das Ergebnis verkündete Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser bei der Bekanntgabe der Gewinner am Sonntag im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse in Bad Sassendorf.

„Die erste Reaktion, als ich das Ergebnis hörte, lässt sich wohl am ehesten mit Fassungslosigkeit beschreiben, natürlich im positiven Sinne“, sagte Freerk Baumann, Dorfbeauftragter für „Unser Dorf hat Zukunft“. Einer Delegation aus rund 15 Personen, darunter auch Vertreter der Stadt Hennef und des Rhein-Sieg-Kreises, nahm die für den Ort unerwartete Nachricht entgegen.

Goldmedaille und 1000 Euro Preisgeld

„Wir haben auf eine Silbermedaille spekuliert. Bronze wäre eine Enttäuschung gewesen bei all dem, was wir im Vorfeld gemacht haben“, so Baumann. Per Liveticker über den Messangerdienst Whatsapp hielt die Delegation die Dorfgemeinschaft am Sonntag auf dem Laufenden. Die daheimgebliebenen Lückerter empfingen ihre Delegation noch am Abend mit einem kleinen Begrüßungsfest. Baumann: „Als wir nach Hause kamen, waren die Ortsschilder in goldene Folie gehüllt. Wir haben bestimmt noch bis 22 Uhr gefeiert. “

Neben der Goldmedaille und dem Ticket nach Berlin erhält das Dorf 1000 Euro Preisgeld. Die Preisverleihung findet am 24. November in Heinsberg statt. Dann erfahren die Lückerter auch, warum der Kommission, die im Juni das Dorf besucht hatte, Lückert so besonders gut gefiel. Einige Details konnte Baumann allerdings bereits am Sonntag erfahren: Danach beeindruckten die Jury drei Aktionen und Merkmale besonders: Ein selbst produzierter zehnminütiger Film über Lückert, die selbstkomponierte Dorfhymne, die der Kommission live mit Bandbegleitung vorgestellt wurde und laut Baumann „für einen Gänsehautmoment sorgte“ sowie die gewachsene Dorfstruktur. „Wir haben einen Dorfvorstand, einen Jugendbeauftragten und einen für Senioren“, so Baumann. Besonders hervorgehoben habe die Jury die „Authentizität“, mit der sich das Dorf präsentiert habe.

Überzeugt habe die Juroren auch der besondere Zusammenhalt der relativ jungen Einwohnerschaft. Mit einem Durchschnittsalter von 39 Jahren – 20 Bewohner sind noch unter 18 – schlägt sich der demografische Wandel dort nicht nieder. „Die älteste Dorfbewohnerin ist 90“, erzählt Christian Senf, der bis vor wenigen Tagen noch als Platzwart aktiv im Vorstand der Dorfgemeinschaft mitgearbeitet hat.

"Stolz auf doppelt vergoldetes Dorf"

„Hennef ist stolz auf sein doppelt vergoldetes Dorf, und ich bin überzeugt, dass Sie auch die Bundesjury werden überzeugen können. Dafür drücke ich Ihnen die Daumen“, gratulierte Hennefs Bürgermeister Klaus Pipke in einem Schreiben. Im kommenden Jahr erwartet das Dorf dann Besuch aus Berlin, wenn der Ort zum dritten Mal in Augenschein genommen wird. An der erfolgreichen Präsentation wolle Baumann, wenn überhaupt, nur an wenigen Dingen etwas ändern. „Wir haben uns einfach so präsentiert, wie wir sind“, sagt Senf. Zum Empfang im Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin werden die Lückerter dann wohl einen Bus organisieren, damit möglichst viele Bewohner dabei sein können. „Jetzt wollen wir natürlich auch den letzten Schritt machen und an die ganz dicke Kohle“, scherzt Baumann. „Aber im ernst: Alles, was noch kommt, ist für uns die Kür.“

Neben Lückert wurden mit der Goldmedaille noch vier weitere Dörfer ausgezeichnet: Himmighausen, Stadt Nieheim (Kreis Höxter), Louisendorf, Gemeinde Bedburg-Hau (Kreis Kleve), Schaephuysen, Gemeinde Rheurdt (Kreis Kleve) und Sögtrop, Stadt Schmallenberg (Hochsauerlandkreis).