Cosimo Erario

Hennefer Gitarrenlehrer und Sänger bringt neues Album heraus

Cosimo Erario.

Hennef. Denkt man an italienische Pop-Musik, fallen einem sofort Eros Ramazzotti oder Zucchero ein. Das Land hat zwischen Südtirol und Sizilien aber durchaus weitere, richtig gute Musiker zu bieten.

Der Gitarrist Cosimo Erario ist so ein Musiker. Im zarten Alter von sieben Jahren nahm Cosimo, der aus Bari in Apulien stammt, zum ersten Mal eine Gitarre in die Hand und gab sich den faszinierenden Klängen hin, die er relativ schnell dem Instrument entlocken konnte.

Mit 13 schrieb er bereits seine ersten Songs, studierte später in Ravenna Jazz-Gitarre und war ein gefragter Studiomusiker und Produzent in Modena. Mitte der 90er Jahre tourte er mit einem italienischen Varieté durch Deutschland, gab mehr als 300 Konzerte und verlor sein Herz an dieses Land. Er blieb hier.

Seit 1997 lebt er in Köln, ist als Lehrer an der Hennefer Musikschule tätig, spielt regelmäßig Konzerte mit wechselnden Musikern und hat ein eigenes Tonstudio zu Hause, in dem er seine Musik aufnimmt. Mit "C'É" ("da zu sein") erschien sein mittlerweile fünftes Album, das seit März erhältlich ist.

"Das Universum hat mir Deutschland geschenkt", sagt Erario. Dabei sei aller Anfang durchaus schwer gewesen. "Ich beherrschte die deutsche Sprache überhaupt nicht und unterhielt mich nur auf Englisch", erinnert sich der sympathische Italiener. "Irgendwann sagte ich, das geht so nicht mehr. Du musst diese Sprache jetzt lernen, schließlich lebst du hier".

Mit einem Crash-Kurs schaffte er es, innerhalb von einem halben Jahr der deutschen Sprache mächtig zu werden. "Sechs Stunden am Tag drehte sich alles nur um Deutsch", sagt Erario. Seinen charmanten italienischen Akzent hat er aber behalten. Und die Songs auf seinem neuen Album sind ebenfalls auf Italienisch. "Ich kann mich in dieser Sprache einfach besser ausdrücken", sagte Erario.

Er ist nicht nur ein famoser Gitarrist, sondern auch ein guter Sänger, der auf dem Album obendrein Bass, Mandoline, Percussion und Keyboard spielt. Unterstützung erhielt Erario bei einigen Songs von den Schlagzeugern Hardy Fischötter und Marcus Greiner, den Bassisten Rainer Wind und Carlos Palmen sowie Alessandro Palmitessa, der mit seinem

Saxophon zwei Songs veredelte. "Meine Musik ist nicht eindeutig Pop, aber auch nicht eindeutig Rock, sondern eine Mischung aus beidem mit Jazz-Anklängen", sagt Cosimo Erario. Zu seinen Vorbildern zählen neben den Jazz-Gitarristen Pat Metheny, George Benson und John Scofield natürlich auch Rockgitarren-Götter wie Jimi Hendrix, Eric Clapton oder Joe Satriani und Blues-Legenden wie B.B. King.

Neben Blues sei halt der Jazz sein größter Einfluss und den hört man, trotz der popmusikalischen Arrangements seiner neuen Stücke, auch deutlich heraus. "Der Jazz und die mit ihm einhergehende Kunst der Improvisation wird wieder populärer", prophezeit Erario. Der sympathische 45-Jährige, der auch als Dozent an der Kölner Pop-Akademie tätig ist, lebt für seine Musik.

"Es gibt einfach nichts Schöneres, als sich mit Musik ausdrücken zu können", sagt Erario. In Hennef ist er bereits mehrfach aufgetreten, ob mit Band beim Siegtalfestival oder einfach nur mit akustischer Gitarre im Weinhaus in Blankenberg oder in Giovanni Veteres Skulpturengarten in Eitorf.

Eine Tour, die ihn möglicherweise auch nach Paris führen wird, ist in Planung. Auftritte wird es aber wahrscheinlich erst ab September wieder geben. "Da ich demnächst Vater werde, habe ich meine musikalischen Aktivitäten erst mal in den Herbst verlegt", sagt Erario. Wer bis dahin nicht auf seinen italienischen Pop-Rock verzichten möchte, kann sich ja das neue Album anhören.

Weitere Informationen zu Cosimo Erario und seine Musik gibt es unter www.cosimoerario.com.