Städtisches Gymnasium

Hennefer Eltern fordern sechste Eingangsklasse

Viele Eltern möchten ihre Kinder im Sommer auf das Städtische Gymnasium Hennef schicken.

Viele Eltern möchten ihre Kinder im Sommer auf das Städtische Gymnasium Hennef schicken.

Hennef. Zu viele Anmeldungen: Am Städtischen Gymnasium Hennef gibt es für das kommende fünfte Schuljahr einen Überhang von 21 Schülern. Eltern haben eine Petition gestartet, damit alle Kinder aufgenommen werden.

Zahlreiche Eltern von angehenden Fünftklässlern in Hennef sind derzeit stark beunruhigt. Am Städtischen Gymnasium Hennef haben sich für das kommende Schuljahr mehr Schüler angemeldet, als die fünfzügige Schule Plätze bietet. Einige Familien haben sich deshalb nun schriftlich an Bürgermeister Klaus Pipke gewandt. Eine Mutter aus Hennef hat Anfang März zudem eine Online-Petition gestartet. Das Ziel: Alle Schüler, die ab dem Sommer die fünfte Klasse am Städtischen Gymnasium besuchen möchten, sollen dort auch einen Platz erhalten. Dafür müsse eine Lösung gefunden werden, heißt es. Am Mittwochnachmittag hatten 640 Unterstützer die Petition unterzeichnet, darunter waren 494 aus Hennef. Sie läuft noch einen Tag.

Wie Stadtsprecherin Mira Steffan mitteilte, gibt es am einzigen Gymnasium der Stadt einen Anmeldeüberhang von 21 Schülern. Ähnlich sah es an der Gesamtschule Meiersheide aus: An der sechszügigen Einrichtung mussten diesmal von 248 Anmeldungen sogar 74 abgewiesen werden. Im Gegensatz dazu bietet die Gesamtschule Hennef-West noch 58 freie Plätze. 131 Anmeldungen hat es bislang für die Schule gegeben, darunter sind auch Schüler, die an der Meiersheide abgelehnt wurden.

Die Eltern bitten in ihren Schreiben nun dringlichst darum, dass am Gymnasium für die kommenden Fünftklässler eine zusätzliche Klasse angeboten wird. Zugleich äußern sie zum Teil die Befürchtung, dass die Stadt dies nicht wolle, um mehr Schüler an die Gesamtschule Hennef-West zu bekommen. Kritik gibt es auch daran, dass möglicherweise per Los entschieden werden soll, wer das Gymnasium besuchen dürfe – unabhängig von der schulischen Leistung und der Empfehlung. Die Grundschulempfehlung werde ad absurdum geführt, wenn sie am Ende nicht zum Tragen komme, schreibt etwa ein Ehepaar.

Schulleiter befürwortet Elternwunsch

Die Notwendigkeit, Schüler überhaupt ablehnen zu müssen, sieht auch der Schulleiter des Gymnasiums, Martin Roth, nicht. „Es ist unser Wunsch, einen sechsten Zug einzurichten. Wir möchten allen Kindern die Möglichkeit geben, auf das Gymnasium zu gehen“, sagt Roth. Das sei im bestehenden Gebäude machbar. Diesen Vorschlag habe er vergangene Woche in einem Gespräch auch der Stadt unterbreitet. Die Verwaltung habe das aber abgelehnt. Die Stadtpressestelle teilt auf Anfrage mit, dass dazu noch kein Antrag bei ihr eingegangen sei. Die Verwaltung sei aber im Gespräch mit Schule und Politik, so Mira Steffan. Am Freitag soll es weitere Informationen geben.

Laut Roth hat die Schulkonferenz ihn inzwischen damit beauftragt, eine sechste Eingangsklasse zu beantragen. Sie ist das oberste Mitwirkungsgremium des Gymnasiums, in dem Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter zusammenarbeiten. Der Antrag sei, so Roth, nun schriftlich auf den Weg gebracht worden.