Hennefer Bauausschuss

Gewerbegebiet Kleinfeldchen bleibt ein Reizthema

HENNEF. Das geplante Gewerbegebiet Kleinfeldchen bleibt bei den Hennefer Grünen und der SPD ein Reizthema: Der Hennefer Bauausschuss beschließt ohne die Stimmen von SPD und Grünen die Pläne des Architekten zum Gewerbegebiet.

Die Kritik am zugehörigen Verkehrsgutachten war im Bauausschuss nun erneut Gegenstand, als Architekt Michael Stelter die Pläne für den Straßenausbau am Wingenshof, den Bau der Planstraßen sowie die abwassertechnische Erschließung präsentierte. Zwar stimmte der Ausschuss Stelters Plänen zu, allerdings ohne die Stimmen von SPD und Grünen, die sich nach wie vor mit den Plänen der Verwaltung nicht anfreunden können.

Wie berichtet, soll auf einer Fläche von etwa zehn Hektar entlang der B 8 Richtung Uckerath das Gewerbegebiet Kleinfeldchen entstehen, das neben einem Busdepot auch Dienstleistungsbetriebe, Gastronomie und, auf einer Fläche von 7500 Quadratmetern, eine neue Rettungswache beheimaten soll. Nach Stelters Plänen soll die Kreuzung am Wingenshof auf insgesamt 17,50 Meter verbreitert und mit einer zweiten Abbiegespur Richtung Autobahn ausgestattet werden, damit der Verkehr besser fließen kann. Im Gewerbegebiet sollen Planstraßen entstehen, die zum Teil mit Gehwegen versehen werden. Zudem soll es einen Wendehammer für Lastwagen und Busse geben. Die Herstellungskosten für die Planstraßen betragen 1,7 Millionen Euro, hinzu kommen die Kosten für die Umlegung der Gasleitung in Höhe von 135 000 Euro und den Bau einer Lärmschutzwand (140 000 Euro). Den Ausbau der Kreuzung am Wingenshof beziffert Stelter mit 1,15 Millionen Euro. Die neue Ampelanlage kostet 200 000 Euro.

Matthias Ecke von den Grünen sah nicht ein, warum die Erschließung des Kleinfeldchens nicht über die B 8 erfolgen könne. "Der Landesbetrieb Straßen NRW hat die Anfrage bezüglich der Erschließung über die B 8 nur sehr knapp abgelehnt, aber wir werden da noch mal nachhaken", versprach Klaus Barth von den Hennefer Stadtbetrieben.

Roland Stenzel, Technischer Leiter der Stadtbetriebe, hält eine Anbindung über die B 8 für "verantwortungslos", weil die Kreuzung, an der die A 560 in die Bundesstraße übergeht, bereits jetzt mit hohen Geschwindigkeiten befahren werde und mit einer Erschließung eine neue Gefahrenquelle geschaffen werde.

Bei der abwassertechnischen Erschließung, die insgesamt 2,4 Millionen Euro kosten soll, ist laut Michael Stelter am Wingenshof ein Stauraumkanal für Regenwasser vorgesehen, da nur eine sehr geringe Teilfläche des Kleinfeldchens in Richtung Wingenshof entwässert wird. Das Oberflächenwasser der übrigen Flächen müsse aufgrund der Topografie über ein Regenrückhaltebecken und Regenklärbecken zum Höhnerbach geführt werden. Raimund Schliefer, sachkundiger Bürger der Unabhängigen, bezweifelte, dass alle Möglichkeiten geprüft worden seien. Stelter stellte klar, dass die Versickerungsmöglichkeiten von Regenwasser im geplanten Gebiet sehr gering seien und deshalb "zum Schutz der Anwohner" dieser Aufwand betrieben werden müsse.