Nachhaltiges Projekt

Geben und Nehmen im Hennefer Holzhaus

Übergabe der Henner „Givebox“: Peter Eiserfey (Mitte rechts) überreicht Hans-Georg Schoneberg (Mitte links) den Schlüssel.

Übergabe der Henner „Givebox“: Peter Eiserfey (Mitte rechts) überreicht Hans-Georg Schoneberg (Mitte links) den Schlüssel.

Hennef. Hennefer Bürger können Gebrauchsgegenstände nun in einer „Givebox“ tauschen. Dafür bauten die Schüler des Berufskollegs eine Hütte gegen die Wegwerfmentalität.

Zu viele Gebrauchsgegenstände, die eigentlich noch vollkommen in Ordnung sind, werden einfach weggeworfen. Zu dieser Überzeugung ist der Ökumenische Umweltkreis Hennef, der aus Mitgliedern der Katholischen Kirchengemeinde Hennef-Warth und der evangelischen Kirchengemeinde Hennef besteht, bereits vor Jahren gekommen. Gegen die Wegwerfmentalität ein Zeichen zu setzen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen, das ist laut Hans-Georg Schoneberg, Vorstandsmitglied des Ökumenischen Umweltkreises und bei der Evangelischen Kirchengemeinde Hennef für die Finanzen zuständig, die Grundintention eines im Kreis bisher einzigartigen Projektes gewesen. Auf Initiative des Umweltkreises schufen 17 Schüler der Höheren Berufsfachschule „Bau und Holz“ des Carl-Reuther-Berufskollegs während der vergangenen drei Monate mit einer sogenannten „Givebox“ ein zwei mal zwei Meter großes Holzhäuschen, das vor der Kita Regenbogen an der Kurhausstraße ab sofort zum Tauschen von Alltagsgegenständen dient, die sonst auf dem Müll gelandet wären.

Mit dieser Box soll laut der evangelischen Pfarrerin Annekathrin Bieling die öffentliche Tauschkultur gefördert werden. „Was jemand aus freien Stücken hier abgibt, kann ein anderer kostenlos mitnehmen, ob es nun intakte Küchengeräte, Bücher oder Spiele sind“, sagte Bieling. „Gleichzeitig wird die Umwelt geschont“, sagte Schoneberg. „Es ist eine Kultur des Gebens und Nehmens“. Wichtig sei, dass bei der Box, die während der Kita-Öffnungszeiten montags bis donnerstags von 7 bis 16.30 Uhr und freitags von 7 bis 14 Uhr geöffnet ist, Spielregeln eingehalten werden.

Gute Beispiele sind öffentliche Bücherschränke

„Die Box dient nicht dazu, Müll abzulegen, sondern Gebrauchsgegenstände, die andere noch benutzen können“, sagte Schoneberg. Ehrenamtler des Ökumenekreises würden ab sofort regelmäßig nach dem Rechten schauen, damit das Holzhäuschen auch intakt bleibt. „Diese Dinge funktionieren, das zeigen auch die öffentlichen Bücherschränke“, sagte Schoneberg. Neben dem Reparaturcafé der Evangelischen Kirchengemeinde, das bereits seit fünf Jahren besteht, ist die „Givebox“ ein weiteres Projekt, um die Umwelt zu schonen.

Vier Monate lang bauten die Schüler das von ihnen entworfene Holzhäuschen für die „Givebox“, die alle Hennefer nutzen können. Die Kosten der Baumaterialien in Höhe von 1100 Euro wurden über eine Kollekte der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises an Sieg und Rhein finanziert.“Die Schwierigkeiten lagen nicht beim Bauen, sondern beim Transport vom Berufskolleg zur Kita“, sagte Klassensprecher Peter Eiserfey, der Schoneberg gestern feierlich den Schlüssel für das Häuschen überreichte. „Der soziale Gedanke dieses Projektes hat uns angespornt“, sagte Eiserfey.