Geplantes Gewerbegebiet Kleinfeldchen in Hennef

"Ganz Hennef befindet sich bereits im Stau"

HENNEF. Für die Bürgerinitiative sind beim geplanten Gewerbegebiet Kleinfeldchen noch viele Fragen ungeklärt, insbesondere bezüglich des Verkehrs.

Die Schlachten sind geschlagen: Mehrheitlich hatte sich der Planungsausschuss vor einigen Wochen für die Einrichtung des neuen Gewerbegebiets Kleinfeldchen ausgesprochen. Dennoch zeigte sich bereits während der Bürgerinformationsveranstaltung, dass für die Anwohner, besonders in punkto Verkehrsbelastung, aber auch beim Schallschutz noch einiges ungeklärt ist.

Die Bürgerinitiative Kleinfeldchen, vor einem Jahr nach Bekanntgabe des Projektes gegründet, will weiter dran bleiben. Laut Mitglied Dirk Zimmermann geht es aber nicht mehr "gegen das Kleinfeldchen, sondern um das geplante Wie".

Wie berichtet, soll auf einer Fläche von etwa zehn Hektar entlang der B 8 Richtung Uckerath ein Gewerbegebiet entstehen, das neben einem Busdepot auch Dienstleistungsbetriebe, Gastronomie und auf 7500 Quadratmetern eine neue Rettungswache beheimaten soll.

Sehr früh zweifelte die Bürgerinitiative die Verkehrsplanungen an. Diese Zweifel wurden auch nach den Ergebnissen des Verkehrsgutachtens nicht ausgeräumt.

Initiative kündigt eigene Verkehrszählung an

Es seien laut Zimmermann keine aktuellen Zahlen gewesen, mit denen der Gutachter argumentiert habe. "Er musste einen möglichen Rückstau in den Wingenshof zugeben und hatte die Busse nicht eingerechnet", so Zimmermann. Die wären, je nach Ausführung, zwischen 13 und 18 Meter lang und würden die zusätzliche Abbiegespur verstopfen.

"Wir werden Anfang 2015 mit Mitgliedern der Initiative eine Verkehrszählung durchführen", so Zimmermann. "Ganz Hennef befindet sich bereits im Stau", sagte Mitglied Simone Wagner.

Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen am Wingenshof sei absehbar, und die Taktungserhöhung der S-Bahn werde laut Wagner Staus vor geschlossenen Schranken produzieren. "Wir vermissen ein Gesamtverkehrskonzept der Stadt", so Frank Hildebrandt, Mitglied der Initiative.

Laut Verwaltung soll die geplante Unterführung an der Bröltalstraße und der Ausbau der Allner Brücke Entlastung bringen. "Wann sollen diese Maßnahmen umgesetzt werden, wie lange werden sie dauern und wie wird der Verkehr während der Bauphase geführt?", fragt Hildebrandt.

Genaueres möchte die Initiative über die Verwaltungsvereinbarung zwischen der Stadt und dem Landesbetrieb Straßen NRW wissen, der eine Anbindung des Kleinfeldchens über die B 8 ablehnt.

Insgesamt habe die Bürgerinitiative das Gefühl, dass einige Ausschussmitglieder und die Verwaltung mit dem Projekt nicht sachkundig umgehen würden. "Die Prüfung rechtlicher Schritte ist eingeleitet. Ein Fachanwalt wird uns dabei unterstützen", sagte Zimmermann.