Fotografie im Rhein-Sieg-Kreis

GA-Fotograf Ingo Eisner stellt im Hennefer Rathaus aus

GA-Fotograf Ingo Eisner stellt seine Bilder im Hennefer Rathaus aus.

GA-Fotograf Ingo Eisner stellt seine Bilder im Hennefer Rathaus aus.

Hennef. Wer kann schon von sich behaupten, mit Kevin Costner zusammengestoßen zu sein? Ingo Eisner kann es. Der GA-Fotograf hatte 2010 eine kurze, unsanfte Begegnung mit dem Hollywoodstar, der seinerzeit als Musiker in der Siegburger Rhein-Sieg-Halle gastierte.

Passiert ist es, als er ihn von unten fotografieren wollte und sich mit einer Hand am Bühnenrand abstützte. Da marschierte Costner plötzlich los und touchierte ihn mit dem Cowboystiefel. “Er blickte mich an und sagte 'Sorry'“, erzählt Eisner, immer noch leicht amüsiert. Eines seiner Costner-Porträts ist jetzt im Hennefer Rathaus zu sehen, zusammen mit rund 40 weiteren Bildern von Konzerten. Bürgermeister Klaus Pipke eröffnete die Schau „Musiker. Konzerte. Fotografie!“ am Samstag.

Die Ausstellung kam auf Anregung von Kulturamtsleiter Dominique Müller-Grote zustande, der in den Aufnahmen mehr als nur Zeitungsbilder sah. Ingo Eisner arbeitet seit 20 Jahren als freier Fotograf für den General-Anzeiger. Selbst musikbegeistert und Gitarrist, hat er ein besonderes Faible für Konzerte. Sie sind für Fotografen zugleich schwieriges Terrain - wegen des Lichts, wegen der oft starren Vorgabe einer Position und wegen des Zeitdrucks. In der Regel darf nur in den ersten Minuten oder während der ersten Stücke fotografiert werden. Wenn überhaupt.

Improvisation ist gefragt

„Als Esther Ofarim 2011 in Sankt Augustin auftrat, konnte ich nur einmal auf den Auslöser drücken“, berichtet Eisner. Just in diesem Moment tauchte sie das Bühnenlicht in helles Orange. Herausgekommen ist eine leicht surreale Momentaufnahme. „Bei Konzerten lässt sich nichts arrangieren. Man muss mit dem arbeiten, was geboten wird“, sagt der 49-Jährige. Die Ausstellung versammelt höchst unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten, die eines verbindet: Sie sind in den vergangenen Jahren in der Region aufgetreten.

Helge Schneider ist ebenso dabei wie Rick Parfitt von Status Quo, Tommy Engel ebenso wie David Knopfler von den Dire Straits, Nena ebenso wie Woodstock-Veteran Leo Lyons von Ten Years After. Die entzweiten BAP-Brüder Wolfgang Niedecken und Klaus „Major“ Heuser - in der Ausstellung sind sie zumindest als Porträt-Nachbarn vereint. Musikalisch gehört Blues-Spezialist Heuser zu Eisners persönlichen Favoriten, als Bildmotiv ist es eher Gerd Köster. Den Kölner Sänger fotografierte er bei einem Konzert im Hennefer Kurtheater, als ihn gerade blauer Dunst umgab. Der „Jächt“ hatte sich die Freiheit genommen, auf der Bühne zu rauchen.

Die Bilder spiegeln die verschiedensten Stimmungen wieder. Mal wirken die Protagonisten beseelt, mal angestrengt und adrenalingeladen, mal kommunizieren sie spielerisch mit dem Fotografen. Die Klammer bei alledem: Es sind Musiker bei der Arbeit. Und was hatte er nun musikalisch drauf, der Kevin Costner? „Er gehört zu den Schauspielern, die auch singen können. Er hatte damals eine gute Countryrocktruppe dabei“, sagt Ingo Eisner, der seine Porträtsammlung zu gerne um zwei lebende Legenden erweitern würde: Keith Richards und Bob Dylan.

Die Ausstellung ist bis zum 28. September in der Galerie im Foyer des Hennefer Rathauses zu sehen (Frankfurter Straße 97).