Landeanflug auf Köln/Bonn

Fluglotse verhindert Kollision von Fliegern über Hennef

Hennef. Am Dienstagmittag konnte ein Fluglotse eine Kollision einer Passagiermaschine und einer Cessna über Hennef vermeiden. Das Kleinflugzeug war ohne Genehmigung des Towers in die Kontrollzone des Airports Köln/Bonn eingeflogen.

Ein Zwischenfall hat sich am Dienstagmittag gegen 14 Uhr im Flugraum über Hennef ereignet: Während sich eine Passagiermaschine der türkischen Airline SunExpress im Landeanflug auf den Flughafen Köln/Bonn befand, kreuzte eine in Bielefeld gestartete Cessna den Weg der Boeing 737. Das Kleinflugzeug hatte die Kontrollzone rund um den Airport ohne Genehmigung durchflogen, auch war der Pilot nicht per Funk zu erreichen. Um eine Kollision zu vermeiden, wiesen die Fluglotsen daraufhin die Maschine von SunExpress an, ein Durchstartmanöver durchzuführen und den Anflug auf Köln/Bonn abzubrechen. Die Airline bestätigte den Vorfall am Donnerstag auf Anfrage.

Wie Michael Fuhrmann von der Deutschen Flugsicherung erklärt, habe der Fluglotse im Tower richtig reagiert und der landenden Maschine zunächst einen Hinweis auf die kreuzende Cessna gegeben. Erst im zweiten Schritt, als das Kleinflugzeug per Funk nicht zu erreichen war, habe er das sogenannte Durchstartmanöver für die Boeing angeordnet, in der bis zu 189 Passagiere Platz finden. Dieses Manöver sei Routine und komme häufig vor - etwa, wenn die Landebahn noch nicht freigegeben ist oder Windböen den Anflug behindern. Dass sich aber ein Flugzeug im sogenannten Nahverkehrsbereich eines Flughafens befindet, ohne zuvor eine Genehmigung einzuholen, kommt laut Fuhrmann "sehr, sehr selten" vor. Eine Sprecherin von SunExpress teilte mit, dass die Boeing im Anschluss sicher am Flughafen Köln/Bonn gelandet sei und betonte: "Die Sicherheit unserer Fluggäste und Besatzungsmitglieder hat zu jeder Zeit oberste Priorität und war zu keinem Zeitpunkt gefährdet." Gestartet war das Flugzeug in der türkischen Kleinstadt Dalaman.

Warum die Cessna ohne Funkkontakt zum Tower und ohne Genehmigung in die Kontrollzone eingeflogen ist, wird derzeit untersucht. Ob und welche Konsequenzen der Pilot nach dem Vorfall zu tragen hat, ist noch unklar. Das Leichtflugzeug landete wenige Minuten nach der verhinderten Kollision in Hangelar. Dort wollte man sich am Donnerstag nicht zu dem Geschehen äußern.

Laut Angaben der Deutschen Flugsicherung muss sich jeder Pilot, der auf seiner Route die Kontrollzonen rund um Flughäfen passiert, erst eine Freigabe durch Fluglotsen einholen. "Das gilt für Polizeiflieger, Rettungshubschrauber, Segelflugzeuge - selbst für Heißluftballons", betont Fuhrmann.