Kommentar zur Freilassung der Pferde in Hennef

Einfach abscheulich

Diese Pferde haben Unbekannte aus der Koppel in Heisterschoß getrieben. Zu den Hintergründen wissen die Ermittler noch nichts.

Diese Pferde haben Unbekannte aus der Koppel in Heisterschoß getrieben. Zu den Hintergründen wissen die Ermittler noch nichts.

Hennef. Nein, das war kein dummer Streich. Das war eine abscheuliche Tat. Die Unbekannten, die in Hennef am Wochenende eine Pferdekoppel öffneten und die Tiere hinaustrieben, haben kein Respekt vor anderer Leute Eigentum, keinen Respekt vor Lebewesen.

So, wie die Dinge liegen, kalkulierten die Täter bewusst ein, dass sich die Tiere verletzen oder umkommen. Und dass sie mit ihrer Tat Leid über die Besitzer bringen, die nun unter Schock stehen und in Angst versetzt sind.

Die Tat in Hennef erinnert an einen ähnlichen Vorfall in der Wahner Heide vor gut einem Jahr: Dort wurden zwei Esel nachts von einer geschützten Weide in den Tunnel einer nahegelegen Bahntrasse getrieben. Einer wurde dann von einem ICE erfasst und getötet. Auch in diesem Fall haben gewissenlose Menschen ihr Unwesen getrieben: Die Polizei sprach seinerzeit von Manipulationsspuren am Weidezaun.

Und immer wieder die Frage: Wer macht so etwas? Und: Wie lässt sich so etwas verhindern? Vermutlich gar nicht – leider. Wer ein Weidetier besitzt, wird ihm zwar einen gewissen Schutz vor Eindringlingen bieten können. Absolute Sicherheit wird es jedoch nicht geben, auch wenn die ein oder andere Maßnahme – Stichwort Videoüberwachung – womöglich abschreckende Wirkung hat.

Genau die geht von der Gesetzeslage nicht aus: Die Strafen, die die Täter erwarten, sind läppisch (vorausgesetzt, sie werden überhaupt ermittelt). So gilt Tierquälerei immer noch als Sachbeschädigung. Das Tierschutzgesetz droht zwar Freiheitsstrafen von ein bis drei Jahren an, wenn ein Tier mutwillig getötet wird. Meist bleibt es dann aber bei einer Geldstrafe.