Hilfe für Menschen

Ehepaar aus Hennef erzählen über Erlebnisse im Kongo

HENNEF. Ihre Liebe gilt den Menschen in Afrika: Hans und Dagmar Jagsch reisten in den Kongo, um sich einen Überblick über die zahlreichen Hilfsprojekte des Missionskreises Hennef-Warth zu verschaffen. Politische Unruhen haben die Menschen dort gebeutelt.

Eigentlich wollten Hans (78) und Dagmar Jagsch (76) bereits im vergangenen Jahr in den Kongo reisen, um die Menschen, die ihnen so sehr am Herzen liegen, zu besuchen. Natürlich wollten sie sich auch einen Überblick über die zahlreichen Hilfsprojekte verschaffen, die sie für den Missionskreis Hennef-Warth in dem afrikanischen Land in den vergangenen Jahren initiiert haben. „Es wurde uns 2017 allerdings davon abgeraten, weil die Lage im Kongo zu diesem Zeitpunkt einfach zu gefährlich war“, sagt Dagmar Jagsch.

Politische Unruhen hatten dazu geführt, dass Rebellen und Milizen ihr Unwesen trieben und die Bevölkerung drangsalierten. Plünderungen, Verwüstungen, Vergewaltigungen, Entführungen und sogar Enthauptungen – all das hatte die Menschen zutiefst traumatisiert. Als sich die Lage Anfang 2018 beruhigte, entschieden die Jagschs, im Sommer ihre mittlerweile 16. Reise in den Kongo anzutreten.

„Wir spürten, dass es eine der wichtigsten Reisen in das Land war. Wir waren zwar auf vieles vorbereitet, aber der Anblick des Elends war schon sehr erschütternd“, sagt Dagmar Jagsch. „Wir konnten den Kindern und Menschen vor Ort allerdings durch unsere Präsenz nach den schweren Zeiten, die sie durchgemacht hatten, den notwendigen Trost spenden.“ Die Schreinerschule war komplett zerstört worden, die Gebäude der Buschklinik Inamwan, des Waisenhauses La Bonté sowie die Schulgebäude in Lubunz und Mbay, die allesamt durch Spenden des Missionskreises aufgebaut worden waren, indes nur leicht in Mitleidenschaft gezogen. „Einiges muss allerdings renoviert werden. Zudem wurden viele Einrichtungsgegenstände wie Schulmöbel und Nähmaschinen zerstört oder geraubt“, sagt Hans Jagsch. Sogar das OP-Besteck sei aus der Klinik gestohlen worden.

Menschliches Leid berührte

Neben den Zerstörungen war es vor allem das menschliche Leid, dass die Jagschs berührte. Viele flüchteten während der Unruhen vor der Miliz in andere Orte oder versteckten sich im Busch. Auch Hunger gab es. „Einige Menschen ernährten sich von Gras“, so Dagmar Jagsch.

Nun will das Ehepaar alles tun, um den Menschen zu helfen. „Als wir im Juli unsere Hilfsprojekte besuchten, konnten wir allerdings feststellen, das vieles bereits wieder funktioniert“, sagt Hans Jagsch. So hätten die Schulen in La Bonté, in Lubunz und in Mbay Museng und auch die Klinik wieder den regulären Betrieb aufgenommen und in der Nähschule wird laut Jagsch wieder „fleißig genäht“. Dennoch läge bei den Hilfsprojekten noch vieles im Argen. „Die Schreinerschule und das Assistentenhaus müssen wieder aufgebaut werden. Zudem müssen Schulmöbel, aber auch Ausstattungsgegenstände für die Klinik und den OP-Bereich neu beschafft werden“, so Hans Jagsch.

Der Missionskreis will nun Geld schicken, damit die benötigten Gegenstände gekauft werden können. „Der Zoll ist einfach im Kongo zu teuer. Falls das nicht funktionieren sollte, werden wir die Sachen aber hinbringen“, verspricht Dagmar Jagsch. „Außerdem möchten wir die Kampagne der Diözese und des Schwesternordens Notre Dame de Grace gegen die Hungersnot und die Unterernährung der Babys und Kleinkinder unterstützen. Dazu gehört auch der Kauf von Saatgut, da die Bauern im Kongo monatelang ihre Felder nicht bestellen konnten“, erläutert Dagmar Jagsch.

Auch wenn die Jagschs nicht mehr die Jüngsten sind, setzen sie sich unermüdlich für die Hilfsprojekte des Missionskreises ein. „Wir haben aber bereits Nachwuchs, der sich später weiter um die Projekte kümmern wird“, sagt Hans Jagsch. Seinen 30. Geburtstag feiert der Missionskreis, zu dessen Gründungsmitgliedern die Jagschs gehören, am 18. November ab 11 Uhr mit einer Messe in der Pfarrkirche Liebfrauen Hennef-Warth. „Es wird kein großes Fest geben. Das Geld dafür können wir besser im für die Menschen im Kongo einsetzen“, so Hans Jagsch.