Unterwegs mit Vierbeinern

Die Sieg ist Kurzurlaub für Mensch und Hund

Sieglar. Wandern über den Wassererlebnisweg ist Labsaal für die Seele. Der Name ist Programm, denn überall begegnet einem Wasser – im See, im Flusslauf, im Altarm, in der Rinne oder im Wasserloch. Ein Paradies auch für Graureiher und Störche.

Was gibt es Schöneres für Mensch und Tier als Wasser, wenn es warm ist? Darum eignet sich für eine sommerliche Wanderung mit Hund besonders der Wassererlebnisweg, der von Sieglar entlang der Sieg bis zu ihrer Mündung in den Rhein bei Mondorf führt. Der Name ist Programm, denn überall begegnet einem Wasser – im See, im Flusslauf, im Altarm, in der Rinne oder im Wasserloch. Los geht es am Wanderparkplatz Sieglarer See Richtung Siegdeich. Auf dessen Rückseite gelangt man nach rechts zum Sieglager See, der einst als Abgrabungsgewässer beim Bau der nahe gelegenen Autobahn 59 entstand und heute ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere ist. Bei Hochwasser ist der See mit einer Rinne mit der Sieg verbunden. Am linken Seeufer hat man einen Blick auf zwei Inseln, deren Bäume eine gemischte Brutkolonie von Kormoranen und Graureihern beherbergen. Nach Umrundung des Sees gelangt man auf den Weg entlang der Sieg, deren Verlauf man flussabwärts folgt.

Kopfweiden wechseln sich ab mit Pappeln und Erlen, und zwischen Gestrüpp und hohem Gras verläuft der schmale Pfad. Das links liegende Siegufer öffnet sich immer mal wieder zu kleinen Kies-Badestellen, ein idealer Trink- und Badeplatz auch für die vierbeinigen Begleiter. Rechts erstrecken sich Felder, auf denen sich Graureiher und ab und an auch mal Störche zu einer Regenwurmmahlzeit einfinden. Vogelgezwitscher und Froschgequake bilden die Geräuschkulisse – allerdings erst, wenn man sich weit genug von der Autobahn entfernt hat.

Mühlengraben ist Altarm der Sieg

Man befindet sich nun im Naturschutzgebiet Steingrund, das die Reste eines ehemals viel größeren Auwaldes darstellt – also Hunde anleinen. An einem Landschaftsschutzschild folgt man dem Weg nicht mehr weiter geradeaus, sondern biegt nach rechts ab. Am zweiten Weg vor dem Deich biegt man links ein, um auf die Deichkrone zu gelangen. Dort hält man sich links und überquert nach einiger Zeit auf einer kleinen Brücke den Mühlengraben am Ortsanfang von Bergheim. Der Mühlengraben ist ein Altarm der Sieg, der schon im Mittelalter zu einem Graben für den Betrieb von Korn-, Öl- und Schneidermühlen ausgebaut wurde. Hinter einem Spielplatz biegt man links ab und erreicht wieder die Siegauen. Entlang einer alten Siegschleife unterquert man die Straße und gelangt unter einer großen Brücke hindurch nach links zur alten Siegfähre.

Sie ist die einzige Einmannfähre in Deutschland und wird von einem Fährmann zwischen April und Oktober entlang eines Seils über die Sieg betrieben. Dort wartet auch ein Restaurant mit Biergarten mit Erfrischungen für Zwei- und Vierbeiner. Weiter geht es von dort entlang einer Streuobstwiese in den Wald. Hier gibt es einige, bei Hochwasser wasserführende Rinnen und einen sogenannten Kolk – ein tiefes Wasserloch, das auf einen früheren Deichbruch hinweist. Das Ganze zeugt noch von der Siegkorrektur im Jahr 1777. Damals wurden zahlreiche Siegschleifen zum Schutz der Siedlungen abgeschnitten. Die Sieg mündete früher einen halben Kilometer von Bergheim entfernt in den Rhein. Davor lag die Insel Pfaffenmütze, die heute eine Landzunge zwischen den beiden Flüssen bildet.

Wunderschöner Ausblick auf das Rheinufer

Man folgt dem Weg nach einem Linksknick weiter parallel zur Sieg. Bevor man über eine Holzbrücke erneut einen Sieg-Altarm passiert, sollte man nach links ans Flussufer gehen, denn hier hat man einen fantastischen Blick auf die heutige Siegmündung. Über die Brücke hinweg führt der Weg mit wunderschönen Ausblicken auf das Rheinufer und die Doppel-Kirche von Schwarzrheindorf. Schließlich folgt der Weg nach rechts der Hafenmündung des Mondorfer Hafens, wo nach dessen Restaurierung derzeit auch der Aalschokker vor sich hindümpelt. Das Boot zum Fang von Aalen kam zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts aus den Niederlanden an den Rhein. Es verfügt über keinen eigenen Antrieb und konnte nur mit Ketten und Winden an seinen Fangplatz geschleppt werden.

Normalerweise liegt es ein Stück weiter entlang des Wegs durch den Wald, der weiterführt zum Bergheimer Ortsrand und zum Diescholl, einem Altarm der Sieg, wo sich das Fischereimuseum der Bergheimer Fischereibruderschaft befindet, der der Aalschokker gehört. Sobald der Wasserstand hoch genug ist, kommt der historische Kahn wieder an diesen Platz, wo noch weitere Nachen liegen. Zum Fischereimuseum führt eine steile Treppe hoch. Das daneben liegende „Bootshaus“ bietet eine nette Einkehrmöglichkeit für Mensch und Hund mit Blick auf die Boots-Idylle. Man folgt kurz dem Schild „zur Siegfähre“ und läuft weiter ein kleines Stück über eine große Straße hinweg entlang des Ortsrandes. Nachdem man den Mühlengraben erneut überquert hat, zweigt man links ab (Auf dem Klingelberg), wo sich der Weg wieder vom Ort entfernt. Man passiert einen Sportplatz auf der linken Seite und überquert die Straße Zur Siegaue. Dann geht es weiter auf der Deichkrone vorbei am Klärwerk, und man gelangt schnurstracks wieder zum Ausgangspunkt. Auf dem Weg genießt man traumhafte Ausblicke auf die Siegauen.