Brücke ist nicht mehr sicher

Der Horstmannsteg in Hennef ist gesperrt

Reinhard Lindner (links) und Peter Martius an der Absperrung des Horstmannstegs.

Reinhard Lindner (links) und Peter Martius an der Absperrung des Horstmannstegs.

Hennef. Was bereits befürchtet wurde, ist nun Realität: der Horstmannsteg ist seit Mittwochnachmittag gesperrt. Eine Prüfung durch einen Statiker hat ergeben, dass die Zugeisen in den Gelenken des Brückenbogens nicht mehr tragfähig sind.

Was bereits befürchtet wurde, ist nun Realität: der Horstmannsteg ist seit Mittwochnachmittag gesperrt. Nach einer eingehenden Prüfung durch einen von der Stadt beauftragten Statiker hat sich ergeben, dass die Zugeisen in den beiden Gelenken des Brückenbogens 57 Jahre nach dem Bau so schadhaft sind, dass sie nicht mehr dauerhaft tragfähig sind.

Laut Stadt seien für die Prüfung die Gelenke erstmals freigelegt worden. Angesichts dieses Befundes kam der Statiker zu dem Ergebnis, dass das gesamte Bauwerk nicht mehr dauerhaft tragfähig ist, und empfahl eine Sperrung.

Der Befund ist am frühen Dienstagabend bei der Stadt eingegangen. Da die Brücke vormittags vor allem von Schulkindern und Berufspendlern genutzt wird, hatte man im Rathaus aber entschieden, die Brücke am Mittwoch bis zum Nachmittag noch geöffnet zu halten. Um 17 Uhr wurde sie dann geschlossen.

Für Bürgermeister Klaus Pipke war diese Entwicklung absehbar. „Damit wird unsere größte Befürchtung zur Realität“, sagte Pipke. „Nicht ohne Grund haben wir einen Neubau frühzeitig geplant. Ich bin froh, dass wir nun mit dem BUND in Gesprächen sind, um zügig den Neubau doch noch auf den Weg zu bringen. Die jetzt nötige Sperrung haben wir uns nicht leicht gemacht und uns den Befund ganz genau und sehr kritisch angeschaut. Aber das Ergebnis ist eindeutig, wir müssen reagieren“, fügte der Bürgermeister hinzu.

Damit besonders die Schulkinder nicht unvermittelt mit der Sperrung der Brücke konfrontiert werden, hatte die Stadt entschieden, den Horstmannsteg bis zum Mittwochnachmittag geöffnet zu halten. Mitarbeiter des Ordnungsamts regelten bis zum Nachmittag die Nutzung der Brücke und forderten die Radfahrer zum Absteigen auf.

Kinder aus Allner und Müschmühle, die das Gymnasium, die Realschule, die Hauptschule oder die Gesamtschule Hennef-West besuchen sowie die aus den beiden Orten stammenden Grundschüler haben bereits jetzt einen Anspruch auf ein kostenfreies, ganzjähriges Busticket. Der Eigenanteil für Fahrten während der Ferien oder der Freizeit beträgt zwölf Euro pro Monat. Zudem gilt laut Stadt der Weg über die Allner Brücke für Schüler ab der fünften Klasse auch polizeilich als sicherer Schulweg. Informationen zu Schulwegen und Schulbussen gibt es unter www.hennef.de/schulweg.

Der 1961 gebaute Horstmannsteg verbindet die Hennefer Innenstadt mit den Ortsteilen Allner, Müschmühle, Lauthausen, Bödingen, Bröl, Happerschoß und Heisterschoß. Im Rahmen der regelmäßigen Überprüfungen wurden vor einigen Jahren diverse bauliche und konstruktive Mängel an der bestehenden Brücke festgestellt. Radfahrer dürfen die Brücke seither nicht mehr nutzen und die Standsicherheit des Bauwerks wurde laufend geprüft. Da eine Sanierung der alten Brücke nicht mehr möglich ist, entschied sich die Stadt für einen Ersatzneubau.

Eine bereits 2015 und 2016 aufgestellte Planung war durch Einwände des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen die Befreiung von den Festsetzungen des Landschaftsplanes 2017 auf Eis gelegt worden. Im November 2017 hatte der Rhein-Sieg-Kreis die Befreiung zurückgenommen. Stadt und BUND haben sich laut Verwaltung im Dezember und Januar 2018 zu sehr kooperativen Abstimmungsgesprächen getroffen und die Grundlagen für eine einvernehmliche Neuplanung gelegt. Da diese erst einmal durch sämtliche dafür vorgesehenen Instanzen gehen muss, ist mit einem Neubau des Horstmannstegs nicht vor 2019 zu rechnen.

Dass der Horstmannsteg bereits jetzt gesperrt wird, sei laut BUND-Sprecher Achim Baumgartner „sehr ärgerlich“. „Das ist extrem schade für die Bevölkerung. Wir sind allerdings dafür nicht verantwortlich“, sagte Baumgartner auf Anfrage. Mit der Stadt befände sich der BUND derzeit in einvernehmlichen Gesprächen, damit ein neuer Steg gebaut werden kann.

Großes Entsetzen habe die Nachricht laut Reinhard Lindner, Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins Allner, bei der Bevölkerung in Allner ausgelöst. „Wir hoffen, dass die Brücke noch einmal überprüft wird. Vielleicht ist ja eine provisorische Reparatur möglich“, sagte Lindner. Für ältere und bedürftige Menschen will der Verein während der Sperrung einen ehrenamtlichen Fahrdienst einrichten.