Verbindung zwischen Hennef und Allner

Der Abriss des Horstmannstegs beginnt

Hammerschlag am Horstmannsteg in Hennef (v.l.): Erich Graf, Klaus Pipke, Erich Henseler, Moritz Möhlenbruch und Roland Stenzel beginnen symbolisch den Abriss.

Hammerschlag am Horstmannsteg in Hennef (v.l.): Erich Graf, Klaus Pipke, Erich Henseler, Moritz Möhlenbruch und Roland Stenzel beginnen symbolisch den Abriss.

Hennef. Seit mehr als einem Jahr ist der Horstmannsteg zwischen Hennef und Allner gesperrt. Das Bauwerk über die Siegaue aus den 60er Jahren ist stark sanierungsbedürftig. Im Juli 2020 soll die Brücke neu eröffnet werden.

Erich Henseler ist sie noch gut Erinnerung: die Eröffnung des Horstmannstegs zwischen Hennef und Allner im Dezember 1961. „Wir sind mit der Musikkapelle über den Steg“, erzählt der 78-Jährige aus Allner. Damit gehörte er zu den ersten, die damals über die neue Brücke liefen. Am Dienstag – knapp 58 Jahre später – ließ er es sich deshalb nicht nehmen, auch beim symbolischen Beginn des Abrisses dabei zu sein.

Dazu setzte Henseler gemeinsam mit Hennefs Bürgermeister Klaus Pipke, dem technischen Geschäftsführer der Stadtbetriebe Roland Stenzel, dem städtischen Ingenieur Moritz Möhlenbruch und Erich Graf aus Allner die ersten Schläge mit den Vorschlaghämmern. Denn nach gut drei Jahren Planungen und Umplanungen mit langen Debatten und einer Klage des Bunds für Umwelt- und Naturschutz (BUND) steht dem Neubau nun nichts mehr im Wege. Kostenpunkt: 3,4 Millionen Euro, von denen das Land NRW 70 Prozent übernimmt.

„Der Weg bis zum heutigen Tag war lang und steinig“, sagte Pipke. Er sei froh, dass sich die Stadt Hennef 2018 mit dem BUND, dem Naturschutzbeirat des Rhein-Sieg-Kreises und der Bezirksregierung auf eine Brückenvariante habe einigen können, die die Belange des Naturschutzes und die Bedürfnisse der Bürger auf einen Nenner bringe. „Vor allem Allner wird profitieren, denn dort ist seit der Sperrung der Brücke im April 2018 das Gefühl, abgeschnitten zu sein, besonders deutlich zu spüren.“

Wie berichtet, darf der Steg seit mehr als einem Jahr nicht mehr betreten werden, weil er zu marode ist. Tragende Bauteile zersetzen sich, weil kein ausreichender Korrosionsschutz mehr besteht; die Bewegungsfugen sind zum Teil viel zu groß. Seither müssen Fußgänger und Radfahrer über den Fußweg entlang der Bundesstraße 478 ausweichen, um ins Stadtzentrum zu kommen.

Der neue Horstmannsteg soll im Juli 2020 stehen. Das stehe als Fakt fest, so der Bürgermeister. Er wird als Stahlverbundbrücke gebaut, 230 Meter lang und 3,50 Meter breit statt wie bisher 1,90 Meter. Damit bietet er ausreichend Platz auch für Radfahrer. Er wird in der Trasse der bestehenden Brücke verlaufen und im Gegensatz zur ersten Planung keine Pylonen und keine Seilkonstruktion haben. Die Fundamente werden laut Pipke so ausgestaltet, dass sie eine freie Laufveränderung der Sieg ermöglichen. Um der Sieg die Möglichkeit zu geben, freier zu fließen, wird die Stadt zudem rund 4100 Tonnen Auenlehm entfernen sowie auf einer Fläche von 800 Quadratmetern Knöterich ausbaggern.

Noch im Juli soll nach dem aktuellen Zeitplan ein Gerüst für den Abbau des Brückenüberbaus über die Sieg errichtet werden. Er wird in acht Teile zerlegt, ein 500-Tonnen-Mobilkran hebt die einzelnen Segmente an Land. Der restliche Steg wird konventionell per Bagger abgebrochen. Bis September werden für den Überbau der neuen Brücke Stahlhohlkästen aus 190 Tonnen Stahl gefertigt, zudem laufen die Arbeiten für den Unterbau in der Siegaue. Dazu werden zehn Großbohrpfähle in eine Tiefe von rund 13 Metern gebohrt. Im Frühjahr 2020 soll die neue Brückenplatte betoniert werden.

„Ich freue mich schon, wenn ich mit dem Fahrrad wieder über den Steg fahren kann“, sagte der 85-jährige Erich Graf. Das sei besser als mit dem Auto aus Allner ins Zen-trum reinzufahren. Die Neueröffnung kann auch Erich Henseler kaum erwarten: „Hoffentlich sehen wir uns hier schnell wieder.“