Sanierung in Hennef

Das Carl-Reuther-Berufskolleg feiert Richtfest

Hennef. Der neue Rohbau des alten Carl-Reuther-Berufskollegs in Hennef steht. In die Sanierung investiert der Rhein-Sieg-Kreis rund 55 Millionen Euro. Die Schüler werden derzeit in Containern unterrichtet.

Die bunten Bänder des Richtkranzes wehten im Wind über Andreas Rosauer, als dieser verkündete: „Nach manchem Hieb und manchem Schlag und manchem heißen Arbeitstag ward dieses stolze Werk vollbracht, mit Eifer und mit viel Bedacht.“ Beim Richtfest des Carl-Reuther-Berufskollegs am Donnerstag in Hennef durfte der traditionelle Zimmermannsspruch natürlich nicht fehlen. Seit 2017 ist das 1974 errichtete Berufskolleg im Sanierungsprozess. In der zweiten Jahreshälfte 2019 soll alles fertiggestellt sein. „Heute feiern wir, um ein positives Statement zu schaffen“, sagte der zuständige Architekt Hans-Joachim Geisler. Man sei nach einem Jahr Bauzeit gut im Plan.

Auch Landrat Sebastian Schuster zeigte sich zuversichtlich, dass bei der Sanierung des Berufskollegs alles nach Plan laufen werde, und er glaubt auch, vielleicht sogar noch unter den geplanten 55 Millionen Euro Kosten bleiben zu können. Für den Rhein-Sieg-Kreis ist das Sanierungsprojekt eines der größten seiner Geschichte, neben dem Bau des Kreishauses in den 1970er Jahren. Klar, dass die Zahl der Gäste groß war, darunter auch Vertreter aus den zuständigen Kreisausschüssen und des Kreisschulamts.

„Es ist mir ein persönliches Anliegen, in die Bildung unseres Nachwuchses zu investieren. Das wird nicht nur die jungen Menschen, sondern unsere gesamte Region zukunftsfest machen. Besser kann Geld nicht angelegt werden“, sagte Schuster. Da seien sich alle Parteien einig.

Alle ziehen an einem Strang

Das betonte auch Kreiskämmerin Svenja Udelhoven: „Bei diesem Projekt habe ich wirklich das Gefühl, dass alle an einem Strang ziehen und Hand in Hand gehen.“ Zu viele technische Mängel und der erhöhte Platzbedarf hätten eine Sanierung unumgänglich gemacht. Die sei immer noch kostengünstiger als ein Neubau, so die Kämmerin. Die Erweiterung um ein Geschoss bringt etwa 2000 Quadratmeter mehr Platz, wodurch der alte Charakter der Schule verschwinden soll: Statt langen Fluren mit Klassenzimmern an beiden Seiten will Architekt Geisler Lernbereiche schaffen, sogenannte Cluster, in denen die rund 30 unterschiedlichen Berufsgruppen am Kolleg eigene Fachbereiche bilden. Nur zwei der bisher drei Lichthöfe bleiben bestehen. Aus dem dritten Hof entsteht eine neue „große Mitte“ mit Glasdach, von der aus man alle Etagen einsehen kann.

Neben Anpassungen an die Vorgaben des Brandschutzes, der Sicherheit und des Arbeitsschutzes, soll auch ein neues pädagogisches Konzept entwickelt werden. Schulleiter Günther Au: „Wir freuen uns, wenn es weitergeht. Wir werden mehr Platz haben, in den Werkstätten zum Beispiel, und damit auch bessere Maschinen. Das wird unsere Schule erheblich modernisieren.“ Noch etwa ein Jahr müssen sich die rund 2700 Schüler und 120 Lehrer mit Unterricht in Containern zufrieden geben, bis es in das neue alte Gebäude zurückgeht. Der Rohbau hat bereits seinen Segen durch Zimmermann Rosauer bekommen. Das Schnapsglas, das er vom Dach auf die nächste Etage warf, ist zersprungen. „Das bringt Glück“, erklärte er.