Adenauer-Medaille für Marika Roitzheim

CDU trifft sich zum Kreisparteitag in Hennef

Ausgezeichnet: Marika Roitzheim (links) mit Elisabeth Winkelmeier-Becker.

Ausgezeichnet: Marika Roitzheim (links) mit Elisabeth Winkelmeier-Becker.

HENNEF. Die Mitglieder der CDU Rhein-Sieg trafen sich zu ihrem Kreisparteitag in der Meys Fabrik in Hennef. Ein wichtiges Thema war die Rückschau auf die Bundestagswahl.

Eigentlich ist der CDU Rhein-Sieg alles gelungen. Elisabeth Winkelmeier-Becker und Norbert Röttgen sind erneut direkt in den Bundestag eingezogen, Björn Franken, Oliver Krauß, Katharina Gebauer und Andrea Milz in den Landtag. Schwarz-Gelb löste die rot-grüne NRW-Landesregierung ab.

Die Verluste bei der Bundestagswahl stimmten die Christdemokraten am Samstag allerdings nachdenklich. In der Hennefer Meys Fabrik waren sie zum 61. Kreisparteitag zusammengekommen. Sie wählten 23 Delegierte für den Landes- und zehn Delegierte für den Bundesparteitag. Zudem sprach Bodo Löttgen, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion.

Und es stand die Ehrung einer ganz besonderen Frau auf der Tagesordnung. Die langjährige Hangelarer Ortsvorsteherin Marika Roitzheim erhielt für ihr politisches und soziales Engagement die Konrad-Adenauer-Medaille. Seit 40 Jahren ist die 80-Jährige Mitglied in der CDU, 20 Jahre saß sie im Sankt Augustiner Rat, wo sie sich als Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses den Spitznamen „Mutter Theresa der CDU“ erwarb.

Kinder- und Jugendpolitik lagen ihr am Herzen

Der Bundesverdienstkreuzträgerin lag immer besonders die Kinder- und Jugendpolitik am Herzen. Sie unterstützte zahlreiche Projekte – sei es der Erhalt von Spielplätzen oder die Unterstützung von integrativen Kindertagesstätten oder Flüchtlingsfamilien. „Ohne Menschen wie Marika Roitzheim wäre unsere Gesellschaft kälter und ärmer“, sagte die Parteivorsitzende Elisabeth Winkelmeier-Becker.

Bevor Winkelmeier-Becker die hohe Auszeichnung an Marika Roitzheim überreichte, galt es allerdings zunächst, die vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen. „Wir haben Boden verloren. Ich hätte mir ein besseres Ergebnis gewünscht“, sagte die Siegburgerin. „Eine Million Stimmen haben wir an die AfD und 1,3 Millionen Stimmen an die FDP verloren. Wir müssen Vertrauen zurückgewinnen und für alle Bürger da sein“, hielt sie fest.

Die Anforderungen seien vielfältig, ob Flüchtlings- und Europapolitik, Digitalisierung, bezahlbarer Wohnraum oder Verkehrs- und Infrastruktur. Deshalb gelte es nun, eine stabile Regierung zu bilden, denn von Neuwahlen würden nur die profitieren, „die unsere Demokratie diskreditieren“.

Der Landesfraktionschef Bodo Löttgen wurde in seinem Vortrag deutlicher: „Mit dem Bundestagswahlergebnis können wir nicht zufrieden sein. Man hatte im Wahlkampf den Eindruck, dass die CDU sich auf dem Erreichten ausruhen will.“ Für Angela Merkels Äußerung, sie könne nicht erkennen, was falsch gemacht worden sei, fehle ihm „jedes Verständnis“. „Ein 'Weiter so' darf es nicht geben“, sagte Löttgen, der auch auf die ersten 100 Tage der neuen CDU/FDP-Landesregierung zurückblickte.

Neue Stellen für Polizisten und Lehrer zu schaffen, das seien Maßnahmen, die bereits jetzt umgesetzt würden, führte er aus. Zudem müssten die Kommunen finanziell entlastet werden: „Das Geld und die Fördermöglichkeiten sind ja da, aber die bürokratischen Hürden müssen abgebaut werden, damit die Kommunen die Mittel auch abrufen können.“