Nach mehreren Unfällen

Bonner Straße in Hennef soll sicherer werden

Viel befahren: Auf der Bonner Straße in Hennef ereigneten sich in jüngster Vergangenheit einige Unfälle. Die Stadt sieht Handlungsbedarf.

Viel befahren: Auf der Bonner Straße in Hennef ereigneten sich in jüngster Vergangenheit einige Unfälle. Die Stadt sieht Handlungsbedarf.

Hennef. Stadt führt Verkehrszählungen durch und plant nach mehreren schweren Unfällen zusätzliche Querungshilfen. Zudem ist ein Verkehrsarbeitskreis eingerichtet worden.

Dass die Bonner Straße so sicher wie möglich sein soll, darin sind sich Verwaltung und Politik einig. Im vergangenen Jahr ereigneten sich dort gleich drei Unfälle mit zwei Schwerverletzten und einem Todesopfer. Hinzu kam ein weiterer tödlicher Unfall, bei dem ein achtjähriger Junge im März 2018 ums Leben kam. Unabhängig von der Feststellung der Unfallkommission, dass es an der Bonner Straße weder Mängel am baulichen Zustand noch an der vorhandenen Verkehrsanordnung gibt und dass weder Geschwindigkeitsbeschränkungen noch Zebrastreifen die Unfälle verhindert hätten, will die Stadt Hennef trotzdem etwas tun. Neben Verkehrszählungen plant die Stadt an der Bonner Straße zusätzliche Querungshilfen. Zudem ist ein Verkehrsarbeitskreis eingerichtet worden.

„Der Unfall, bei dem der Junge ums Leben kam, ist äußerst tragisch, aber nach bisherigen Erkenntnissen auf eine Verkettung unglücklicher Umstände zurück zu führen“, sagte der Beigeordnete Michael Walter am Dienstagabend im Planungsausschuss. Ursache für die Unfälle im vergangenen Jahr, die zur Eröffnung einer Unfallshäufungslinie seitens der Kreispolizeibehörde führten, sei hingegen jeweils das Queren der Fahrbahn ohne Beachtung des fließenden Verkehrs gewesen. Laut Walter hat die Unfallkommission, bestehend aus Mitgliedern des Straßenverkehrsamtes, des Rhein-Sieg-Kreises und der Kreispolizeibehörde, nach Untersuchungen der Bonner Straße festgestellt, dass nichts geändert werden muss.

Neue Zebrastreifen

Dennoch sieht die Stadt, auch mit Blick auf die Bürger-Petition „Zehn Zebras“, die vor dem Hintergrund der Unfälle zusätzliche Zebrastreifen und Querungshilfen entlang der Bonner Straße fordert, Handlungsbedarf. Sie plant, an den Einmündungen der Mittel-, Beethoven- und Kurt-Schumacher-Straße zusätzliche Querungshilfen einzurichten. Ampeln seien laut Walter zwar die sichersten Querungshilfen, würden allerdings den Verkehr extrem abbremsen. Auch die Einrichtung von Tempo-30-Zonen zwischen der Wippenhohner Straße und der Theodor-Heuss-Allee sind laut Walter nicht möglich, da es sich bei der Bonner Straße, über die auch Buslinien verkehren, um eine Straße mit überregionaler Bedeutung im Verkehrsnetz handelt. „Generell darf sich nach den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung eine Ausweisung von Tempo-30-Zonen weder auf Straßen des überörtlichen Verkehrs noch auf weitere Vorfahrtsstraßen erstrecken“, erklärte Walter.

Ein Vorschlag der SPD, am Kneippweg eine Querungshilfe einzurichten, sei nicht notwendig. „Wir haben dort Zählungen vorgenommen. Die Anzahl der Fußgänger, die dort die Bonner Straße queren, ist zu gering“, sagte Walter. Auch der Vorschlag der Unabhängigen, die Bonner Straße als so genannten „Shared Space“ einzurichten, bei dem man auf gegenseitige Rücksichtnahme bei gleichzeitigem Verzicht auf Bordsteine und Abgrenzungen verzichtet, hält Walter nicht für zielführend. „Auch die Frankfurter Straße ist kein klassischer 'Shared Space', obwohl dort natürlich die gegenseitige Rücksichtnahme wichtig ist“, sagte Walter. „Die Situation an der Bonner Straße ist auch eine völlig andere, da es sich nicht um eine Geschäftsstraße handelt“. Zudem sei die Einrichtung eines „Shared Space“ mit umfangreichen Umbaumaßnahmen verbunden.

Die CDU hatte in einem umfangreichen Antrag zahlreiche Vorschläge gemacht, um die Bonner Straße sicherer zu machen. Die Vorschläge richteten sich allerdings vor allem auf die anstehende Kanalsanierung der Bonner Straße ab dem Jahr 2020, wenn die fast 40 Jahre alte Straße modernisiert wird. „Die Vorschläge der Stadt, die bereits jetzt handeln will, kommen uns sehr entgegen“, sagte Christdemokratin Hedi Roos-Schumacher.