Ausflugsziele in Hennef

Blankenberger wollen nicht noch mehr Tourismus haben

Die zahlreichen Fachwerkhäuser in der Stadt Blankenberg können nur mit hohem Aufwand erhalten werden.

Die zahlreichen Fachwerkhäuser in der Stadt Blankenberg können nur mit hohem Aufwand erhalten werden.

HENNEF. Ein Fachbüro für Stadtforschung und Planung präsentierte Ergebnisse eines Expertenworkshops für den Tourismus in der Region. Nun haben die Bürger das Wort. Ein Problem sind die fehlende Parkplätze.

Die mittelalterliche Stadt Blankenberg ist einer der schönsten Anziehungspunkte in Hennef. Das sieht auch Rolf Junker vom Fachbüro Stadtforschung und Planung Junker und Kruse so. Dennoch gibt es ein paar Probleme, die gelöst werden müssen, vor allem der fehlende Parkraum, die Verkehrssituation sowie Stadtmauern und Fassaden, die zum Teil sanierungsbedürftig sind.

Nach den ersten Ergebnissen eines Bürgerworkshops, die Junker bereits im Juli vorlegte, präsentierte er jetzt dem Ausschuss für Dorfgestaltung und Denkmalschutz die Zwischenergebnisse eines Expertenworkshops. Fazit der Sitzung: Vor allem die Diskrepanz zwischen Stadt Blankenberg als Tourismusmagneten und dem Wunsch der Bürger, dass nicht noch mehr Touristen die mittelalterliche Stadt besuchen, muss gelöst werden.

Touristen erwarten höhere Standards

Nach einem Beschluss des Ausschusses vom April war Junkers Dortmunder Fachbüro mit der Erstellung eines Integrierten Handlungskonzeptes beauftragt worden, da sich der Tourismus in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Sanierungsbedürftige Toranlagen und marodes Mauerwerk, aber auch Umbrüche in der Gastronomie mit vermehrten Eigentümerwechseln sowie die schwierige Parkplatz- und Verkehrssituation machen laut Verwaltung die Erstellung von aktuellen Übersichten und Analysen erforderlich, um den mittelalterlichen Ort weiterhin als touristischen Magneten zu erhalten.

Fördermöglichkeiten zur Stadterneuerung wurden von der Bezirksregierung in Aussicht gestellt, das integrierte Handlungskonzept, das ebenfalls zu 70 Prozent gefördert wird, ist laut Verwaltung allerdings die Grundvoraussetzung.

Laut Junker gibt es einiges zu tun. So müssten die Stadtmauern, aber auch etliche Häuserfassaden saniert werden. Mit einem Beleuchtungskonzept könnte die mittelalterliche Stadt in den Abendstunden attraktiver gemacht werden.

Die Sichtbarkeit der Burg als Wahrzeichen der mittelalterlichen Stadt könne durch einen Rückschnitt des Baumbestandes erreicht werden. Die Erstellung von Pflege-, Sanierungs-, Tourismus- und Verkehrskonzepten für die Stadt wäre laut Junker sehr hilfreich. Danach kam der Diplom-Ingenieur jedoch auch auf die Probleme der mittelalterlichen Stadt mit ihren malerischen, aber schmalen Gassen zu sprechen. Das Parkplatzangebot mit etwa 140 Stellplätzen ist beschränkt.

Durchgangsverkehr sollte reduziert werden

„Eine Aufstockung der beiden Parkplätze am Fuße der Burg und am Katharinenturm wäre eine Möglichkeit“, sagte Junker. Zudem sollten geeignete Instrumente gefunden werden, um den motorisierten Durchgangsverkehr zurückzudrängen und die Stadt für Fußgänger und Radler attraktiver zu machen. Der Ausschuss nahm Junkers Ausführungen zwar zur Kenntnis, einige Mitglieder übten allerdings auch Kritik.

„Wichtig ist doch, was die Menschen in Stadt Blankenberg wollen. Zudem sind die Möglichkeiten des ÖPNV nicht mit einbezogen worden“, sagte Mario Dahm (SPD). „Die Gewichtung muss stimmen“, so Bodo Lehmann (FDP). „An erster Stelle müssen die Belange der Bürger stehen und dann erst der Tourismus, der in geordnete Bahnen gelenkt werden muss“, fügte Lehmann unter Beifall einiger anwesender Blankenberger hinzu. Ein Bürgerworkshop am Montag (19 Uhr, Meys Fabrik) soll sich damit beschäftigen. Die Ergebnisse werden in der Ausschusssitzung Ende des Jahres präsentiert.