Verkehrskonzept

Blankenberg erwägt Poller für seine Innenstadt

Blick auf Stadt Blankenberg aus dem Katharinenturm.

Blick auf Stadt Blankenberg aus dem Katharinenturm.

Hennef. Die Hennefer Stadtverwaltung arbeitet an einem Handlungskonzept für den mittelalterlichen Ort. Unter anderem soll der Verkehr neu geregelt werden. Experten legen Zwischenbericht vor.

Rund zwei Stunden referierten Simon Hubacher vom Kölner Architektur- und Städtebaubüro Neubig und Hubacher sowie Vertreter einiger Fachbüros am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Dorfgestaltung und Denkmalschutz. Sie legten einen Zwischenbericht zum Integrierten Handlungskonzept für Stadt Blankenberg vor. Dazu gehörten neben einer Machbarkeitsstudie zum geplanten Kultur- und Heimathaus auch erste Ergebnisse eines Verkehrskonzeptes, das die Bewohner entlasten und den Touristen trotzdem den Besuch der mittelalterlichen Stadt so angenehm wie möglich machen soll.

Diplom-Ingenieur und Verkehrsexperte Walter Braun präsentierte erste Ergebnisse. Verkehrszählungen an Wochentagen und Wochenenden ergaben, dass werktags besonders zwischen 5 und 8 Uhr sowie am Wochenende zwischen 10 und 16 Uhr der meiste Verkehr durch den mittelalterlichen Ort rollt. Um Stadt Blankenberg zu entlasten, seien viele Vorschläge gemacht worden. Brauns Fazit: Weder eine Brücke über das Ahrenbachtal noch eine Seilbahn von Stein hoch nach Stadt Blankenberg oder ein Shuttlebus würde den Ort entlasten.

Braun schlug dagegen vor, an der Eitorfer Straße von Süchterscheid Richtung Stadt Blankenberg einen neuen Parkplatz zu bauen und die Besucher von dort über einen attraktiv gestalteten Fußweg in den Ort zu führen. Mit digitalen Pollern, die in der Nähe des Katharinenturms sowie in Stein aufgestellt werden könnten, würde der Ortskern für Durchfahrten gesperrt. Die Bewohner könnten mit Codekarten in ihren Heimatort gelangen. Vom S-Bahn-Haltepunkt aus, der laut Braun auch aufgewertet werden müsse, könnte ein Weg hoch nach Stadt Blankenberg führen. „Eine zusätzliche Querungshilfe in Stein über die L 333 wäre dafür notwendig“, sagte Braun.

Baubeginn für 2020 angedacht

„Das ursprüngliche Problem der maroden Stadtmauern wird mit dem Handlungskonzept zu einer Chance, um Stadt Blankenberg aufzuwerten. Dabei gilt es allerdings, neben der Inwertsetzung des Ortes auch die Lebensqualität der Bewohner zu stärken“, sagte Hubacher. Voraussetzung sei das Weiterverfolgen des Handlungskonzeptes, um Fördermittel zu erhalten. Der B-Status der mittelalterlichen Stadt bei der Regionale 2025 Bergisches Rheinland würde dabei die Möglichkeit für weitere Fördermittel eröffnen. Der Zeitdruck sei auch jetzt nicht mehr so groß, da in Abstimmung mit der Bezirksregierung die Förderanträge erst im Herbst 2019 vorliegen müssten.

Architekt Markus Sandner setzte den Ausschuss darüber in Kenntnis, dass mehrere Fachbüros mit den umfangreichen Untersuchungen zur Inwertsetzung der Stadtmauern bereits beauftragt sind. „Stadt Blankenberg verfügt über ein Mauerwerk von insgesamt 1,4 Kilometer Länge und 12 000 Quadratmeter Wandfläche“, sagte Sandner. „Für die Inwertsetzung müssen neben dem Denkmalschutz auch Fragen des Naturschutzes beachtet werden, da in den Mauerfugen auch Fledermäuse nisten“, sagte Sandner. Derzeit würden die Schäden am Mauerwerk ermittelt, die Untersuchungen könnten im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein. „Erst danach können die Kosten ermittelt werden“, sagte Sandner und stellte den Baubeginn für Frühjahr 2020 in Aussicht.

Nach Gesprächen und Ortsbegehungen mit Vertretern der Bezirksregierung und dem Amt für Denkmalpflege hat sich laut Hubacher herausgestellt, dass der Bau eines Kultur- und Heimathauses inklusive Besucherparkplatz neben der derzeitigen Feuerwache sowie einer Fußgängerbrücke zwar machbar ist. Es müssten aber die Denkmalschutzauflagen beachtet werden. „Das ist natürlich sehr schwierig, aber wir haben eine Variante gefunden, um das zu realisieren“, sagte Hubacher, der für den Bau des Kulturhauses, einer neuen Feuerwache und der Fußgängerbrücke mit Kosten von rund zehn Millionen Euro rechnet.

Der Ausschuss beauftragte die Stadtverwaltung, das Integrierte Handlungskonzept mit den Ergebnissen des Zwischenberichtes fertigzustellen.