Neubau des Hennefer Horstmannstegs

BUND reicht Klage ein

Der Hennefer Horstmannsteg ist stark sanierungsbedürftig und soll neugebaut werden.

Der Hennefer Horstmannsteg ist stark sanierungsbedürftig und soll neugebaut werden.

Hennef. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) NRW klagt gegen das Verfahren zum Neubau des Horstmannstegs, der Hennef mit Allner verbindet.

Nach eigenen Angaben hat der Verband am Montag Klage vor dem Verwaltungsgericht Köln gegen die vom Rhein-Sieg-Kreis erteilten Befreiungen von den Festsetzungen des Landschaftsplans für den Brückenneubau eingereicht.

Das Bauwerk über die Siegaue ist stark sanierungsbedürftig und soll an gleicher Stelle für rund 2,5 Millionen Euro neu gebaut werden. Die Hennefer Kommunalpolitiker haben diesen Beschluss im vergangenen Jahr gefasst, auch der Naturschutzbeirat des Kreises hatte keine Bedenken. Er hat sich im April mehrheitlich für eine Befreiung von den Verboten des Landschaftsplans ausgesprochen. Die Zustimmung ist nötig, da die Sieg ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ist und deshalb unter Naturschutz steht.

Laut BUND-Sprecher Achim Baumgartner gehen Kreisverwaltung und Bezirksregierung Köln aktuell davon aus, dass der Bau einer neuen Wegeverbindung durch die Siegaue ein Bauvorhaben unwesentlicher Bedeutung sei und öffentliche Belange nicht betroffen seien. Diese Einschätzung teilt der BUND nicht. Dafür seien zu viele und hochrangige Schutzgüter betroffen. „Die Konfliktlage ist so hoch, dass nach Auffassung des BUND eine Umweltverträglichkeitsprüfung und ein sachgerechtes, bündelndes Genehmigungsverfahren notwendig sind, um einen Brückenneubau in einer solchen Konfliktsituation planen und umsetzen zu können“, teilt Baumgartner mit. Er sieht massive Fehler in der Eingriffsbewertung, vor allem aufgrund der Annahme, die Brücke sei trotz anderer Lage, deutlich größerer Flächeninanspruchnahme und gänzlich anderer Gestaltung ein Ersatzbau einer Brücke, für die allenfalls Bestandsschutz bestehe. (GA)