Gewerbegebiet Kleinfeldchen

Bürger haben weiter viele Fragen

Viele Fragen hatten die Bürger bei der Informationsveranstaltung am Donnerstagabend: Bürgermeister Klaus Pipke versuchte, sie zu beantworten.

HENNEF. Anwohner kritisieren bei einer Bürgerinformation das von der Stadt geplante Gewerbegebiet. Bürgermeister Klaus Pipke stand den Bürgern Rede und Antwort.

"Warum ertüchtigt die Stadt nicht einfach die Kreuzung am Wingenshof und wartet zwei Jahre ab, ob sich eine Verbesserung der Verkehrssituation einstellt, bevor das Gewerbegebiet Kleinfeldchen eingerichtet wird?" Diese Frage stellte eine Frau, die zu den mehr als 100 Anwohnern gehörte, die am Donnerstagabend in die Mensa der Gesamtschule Meiersheide gekommen waren, um sich von der Verwaltung und den Gutachtern die Pläne für das geplante Gewerbegebiet unterbreiten zu lassen. "Wenn Sie uns das bezahlen, gerne", lautete die Antwort von Bürgermeister Klaus Pipke.

Dieser Dialog zeigte bereits deutlich, dass trotz der politischen Entscheidung in der vergangenen Woche, bei der sich die Mehrheit des Planungs- und Bauausschusses für die Einrichtung des Gewerbegebiets ausgesprochen hatten, beim Thema Kleinfeldchen nach wie vor Dampf im Kessel ist.

Nach einer kurzen Einleitung von Pipke und seiner Planungsamtsleiterin Gertraud Wittmer stellte der Planer Walter Pott das Projekt vor. Auf einer Fläche von etwa zehn Hektar entlang der B 8 Richtung Uckerath soll ein Gewerbegebiet entstehen, das neben einem Busdepot der interessierten Firma Kolf auch Dienstleistungsbetriebe, Gastronomie und auf 7500 Quadratmetern eine neue Rettungswache beheimaten soll.

Während die Anwohner sich Potts Vortrag noch ruhig anhörten und Schallschutzgutachter Manfred Heppekausen gerade mal bestätigen konnte, dass die vorgeschriebenen Richtwerte von 60 Dezibel pro Quadratmeter eingehalten würden, hatte es der Verkehrsgutachter Richard Baumert da schon schwerer. Einige Anwohner konnten mit ihren Zweifeln an den Ergebnissen Baumerts nicht hinter dem Berg halten.

Baumert hatte noch einmal dargelegt, dass mehr als 3300 Fahrzeuge derzeit während der Spitzenzeiten am Morgen die Kreuzung passieren. Laut Baumert könnte eine zusätzliche Abbiegespur zur A 560 und eine optimierte Signalanlage die heutige Verkehrssituation am Wingenshof deutlich verbessern. Durch das geplante Gewerbegebiet kämen im Höchstfall 180 bis 200 Fahrzeuge hinzu. Eine Anbindung des Kleinfeldchens an die B 8 habe Straßen NRW abgelehnt.

Der Verkehrsgutachter musste allerdings unter dem Applaus der Anwohner zugeben, dass es so oder so weiterhin zu Rückstaus in den Wingenshof kommen werde. "Sie gehen von falschen Annahmen aus und darum ist auch logischerweise der Rest nicht richtig", sagte Björn Golombek, Anwohner und Chef der Hennefer SPD. "Sie planen eine Verbesserung, die durch den zusätzlichen Verkehr des Gewerbegebiets wieder kaputt gemacht wird", sagte ein anderer Anwohner.

Bürgermeister Klaus Pipke schaltete sich öfter in die Diskussion ein, besonders als es um Fragen rund um die geplante Rettungswache ging. "Wir können jetzt schon nicht mehr die vorgeschrieben Zeiten einhalten und müssen dem Rettungsdienstbedarfsplan Rechnung tragen", sagte Pipke. "Die Sicherheit der Menschen geht vor." Ob und wann ein feuerwehrtechnisches Unterstützungszentrum hinzukommt, konnte Pipke noch nicht sagen. "Das kann erst in ein paar Jahren sein. Wichtig ist aber, dass wir die Fläche dafür bereits haben."

David Wagner von der Bürgerinitiative Kleinfeldchen wollte wissen, ob sich die Rettungswache nicht auf dem Hossenberg einrichten ließe. "Diese Lösung wurde geprüft. Sie ist allerdings aufgrund der Verkehrssituation für den Rettungsdienst zu gefährlich, weil der Verkehr, der von der B 8 kommt, kaum eingesehen werden kann", sagte Pipke.

"Ich bin vor zwölf Jahren nach Hennef gekommen, weil ich in einer familienfreundlichen Stadt leben wollte. Jetzt muss ich feststellen, dass sich der Bürgermeister mehr für Gewerbegebiete einsetzt", sagte eine Anwohnerin. "Wir machen so viel für Familien. Schauen Sie alleine in den Siegbogen mit einem S-Bahn-Haltepunkt, Kindergarten und einer Schule in unmittelbarer Nähe", entgegnete Pipke: "Ich muss allerdings auch dafür sorgen, dass sich Betriebe hier ansiedeln können, die wohnortnahe Arbeitsplätze schaffen."