20.000 Stunden Studium

Angehende Grafiker und Designer präsentieren Arbeiten in Hennef

Hippie-Optik: Kim Laura Kalb hat sich mit der Gestaltung und Vermarktung ihres „Orange Sunshine“- Brausets befasst.

Hippie-Optik: Kim Laura Kalb hat sich mit der Gestaltung und Vermarktung ihres „Orange Sunshine“- Brausets befasst.

Hennef. 15 Absolventen der Rhein-Sieg-Kunstakademie präsentieren ihre Diplomarbeiten. Die Bandbreite der kreativen Konzepte reicht von indisch inspirierter Mode über illustrierte Geschichten bis hin zur Entwicklung, Gestaltung und Vermarktung einer Paartanz-App.

Nach fünf Jahren und mehr als 20.000 Stunden Studium in Design, Kunst und Kommunikation haben kürzlich 15 angehende Grafiker und Designer der Rhein-Sieg-Kunstakademie in Hennef ihre Abschlussprüfungen bestanden. Seit Dienstag präsentieren sie an den eigens von ihnen gebauten Ständen ihre Diplomarbeiten in den Räumen der Akademie an der Wehrstraße. Die Bandbreite der kreativen Konzepte reicht von indisch inspirierter Mode über illustrierte Geschichten von Edgar Allen Poe bis hin zur Entwicklung, Gestaltung und Vermarktung einer Paartanz-App.

Das Hobby Musik mit dem künftigen Beruf verband der 24-jährige Joel Aden aus Siegburg mit seiner Abschlussarbeit. „Samsamorphosis“ ist laut Aden in Anlehnung an Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ ein Projekt der fiktiven Band „Bibliophob“, deren musikalische Arbeit von Werken der Weltliteratur inspiriert ist.

„Kafkas Verwandlung wird auf dem Debütalbum der Band verarbeitet“, sagte Aden, der an seinem Stand zur Musik, die vom PC kommt und die er vorher aufgenommen hat, live ein paar Gitarrenriffs spielt. „Für die Musik habe ich sämtliche Instrumente selbst eingespielt“, sagte Aden. Auch die Auftrittskonzepte der fiktiven Band „Bibliophob“ weichen von der Norm ab. „Das Publikum steht nicht vor einer Bühne, sondern geht durch Räume, in denen die Musik erklingt und Projektionen zu sehen sind. So können die Besucher tief in diese Welt eintauchen“, sagte Aden.

Von schwarz bis bunt

Während Adens Arbeit sich mehr an die Subkulturen der sogenannten „schwarzen Szene“ wendet, wird es gleich nebenan sehr bunt, geprägt von einer Hippie-Optik. Kim Laura Kalb hat sich bei ihrer Diplomarbeit um die Entwicklung, Gestaltung und Vermarktung des Kombucha-Brausets „Orange Sunshine“ beschäftigt. „Kombucha ist ein aus dem asiatischen Raum stammendes, fermentiertes Teegetränk, bei dem ein Hefepilz in ein gezuckertes Teegetränk eingelegt wird. Früher wurde dieser Fermentierungsprozess benutzt, um Getränke haltbarer zu machen“, sagte die 27-jährige Diplomandin aus Köln.

Werke des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allen Poe wie „The Raven“ kunstvoll zu illustrieren, hatte sich der 23-jährige Sebastian Becker aus Troisdorf zur Aufgabe für seine Diplomarbeit gemacht. „Ich war schon immer von Poes literarischem Werk beeindruckt“, sagte Becker, der sämtliche Illustrationen in seinem Band „Anthologies of Horror Volume 1“ mit dem Bleistift gezeichnet hat. „Ich überlege , ob ich diese Arbeit tatsächlich auch vermarkte“, sagte Becker.

Die Diplomausstellung in der Akademie an der Wehrstraße ist von Mittwoch bis Freitag täglich von 10 bis 16 Uhr und am Samstag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Am Samstag werden die Diplomanden ab 10 Uhr in der Meys Fabrik während einer Feierstunde aus den Händen von Akademiegründer Heinz Lingen und Otto Brandenburg, Geschäftsführer der Weiterbildungsgesellschaft der IHK Bonn/Rhein-Sieg ihre Zertifikate entgegennehmen. Im Anschluss können Besucher ab 13 Uhr bei einem Tag der offenen Tür die Ateliers und Werkstätten der Akademie in Augenschein nehmen.