Modelleisenbahn-Ausstellung in Siegburg

Züge und Welten im Kleinformat

18.01.2016 SIEGBURG. Rund 1000 Eisenbahnfreunde kommen zur Modellbahn-Ausstellung samt Börse ins Schulzentrum Neuenhof.

Modellbahn-Lokomotiven und -Waggons in verschiedensten Varianten flitzen über verzweigte Miniatur-Schienenetze, eingelassen in mit einiger Tüftelei erbauten Kunstlandschaften. Rund 1000 interessierte Besucher ließen sich am Wochenende von Bahn und Schiene während der 12. Siegburger Modellbahntage im Schulzentrum Neuenhof verzaubern.

Eingeladen hatte der Eisenbahnclub Rhein-Sieg, der die Ausstellung in Kooperation mit der Modellbau- und Arbeitsgemeinschaft Kaarst, dem Club Weilerswist und den Eisenbahnfreunden Stollberg organisiert hatte und sieben große Modellbahn-Landschaften präsentierte. Um das Publikum über das Thema Eisenbahn hinaus für Modellbau zu begeistern, zeigte der Sportclub Siegburg seine Flugzeugmodelle und einen Flugsimulator.

Wer Lust hatte, konnte auch das Strategie-Würfelspiel des „Tabletopclubs Privateer Poza Boyz“, das genauso in Modelllandschaften praktiziert wird, kennenlernen. Eine Bahnbörse mit Zubehör, wie Modellfiguren und Waggons, aber auch DVDs sowie zwei Modellbahn-Anlagen für die Kinder zum Ausprobieren, komplettierten die Schau.

Im Mittelpunkt stand aber die Schiene. Spuren in den Ausführungen N, H0 und LGB (Lehmann Gartenbahn,) in den Maßstäben 1:160, 1:87 und 1:22,5 konnten die Besucher auf rund 1300 Quadratmeter betrachten. Die Gastgeber vom Eisenbahnclub Rhein-Sieg zeigten ihre Baufähigkeiten an einer herkömmliche Mittelgebirgslandschaft der Region, gestaltet als verzogenes „S“ auf 30 Metern Länge, durch das eine Bahn surrte. Eine besondere Idee hatte Gerd Otto aus Gemünd, der Schrott aus Aluminium und Metall als Industrieabriss darstellte und hier seine Bahn präsentierte. „Ich war schon als kleiner Junge vom Güterverkehr angezogen und weniger fasziniert vom Personenverkehr.

Daher die Verbindung zur Industrie. Der besondere Reiz am Eisenbahnmodellbau ist für mich, die Natur möglichst realistisch nachzuempfinden“, erzählte der 47-Jährige. An seinen Modellen baut Otto, der als Privatmann zur Ausstellung gestoßen war, bis zu drei Wochen, jeweils nach Feierabend. Christian Valder (57) von den Stollberger Eisenbahnfreunden, die ihr Modell mit Dampflokomotiven bestückt hatten, meinte: „Im Modellbau kulminieren viele handwerkliche Fähigkeiten, darunter Elektronik, Feinmechanik und Schreinern. Außerdem agiert man mit Farben. Das alles begeistert mich.“

Unbestrittener Hingucker der zweitägigen Schau und Attraktion für die Kinder war eine von einem Dampfgenerator betriebene Fähre, die ein wassergefülltes Becken durchquerte und eine Bahn ans andere Ufer brachte. Das alles präsentierte die Eisenbahn-Experten aus Kaarst. Fazit einer gelungenen Schau: Für jeden Eisenbahnfan war etwas dabei. (Andrej Retiet)