Wintereinbruch im Rhein-Sieg-Kreis

Meist blieb es bei Blechschäden

RHEIN-SIEG-KREIS. Trotz der Ankündigung des Deutschen Wetterdienstes hat das Tief "Kurt" mit seinen Schneefällen am Samstag vielerorts zahlreiche Autofahrer überrascht und insbesondere der Kreispolizei ein erhöhtes Arbeitsaufkommen beschert.

43 wetterbedingte Einsätze registrierte die Polizeileitstelle zwischen Samstag, 10 Uhr, und 14 Uhr am Sonntag. Wie der diensthabende Polizeihauptkommissar Dirk Schnaubert berichtete, könne die Zahl - ein Vielfaches des üblichen Wertes - tatsächlich jedoch noch etwas höher liegen.

Nicht bei allen Unfällen sei die Witterung möglicherweise von den Einsatzkräften auch als Unfallursache erfasst worden. Insbesondere zwischen 11 und 15 Uhr am Samstag sei es bei der Leitstelle zu einer "starken Häufung" an Unfallanzeigen gekommen. Mehr als eineinhalb Stunden Wartezeit waren teilweise, zumindest bei bloßen Blechschäden, für eine polizeiliche Unfallaufnahme die Folge.

Diese machten laut Schnaubert auch den Großteil der angezeigten Fälle aus: Bei wenigen Unfällen wurden Beteiligte meist leicht verletzt. Auch die Verletzungen einer 31-jährigen Frau, die am Samstagvormittag gemeinsam mit ihrer fünfjährigen Tochter auf der L 189 bei Neunkirchen-Seelscheid in den Seitengraben rutschte, seien nicht so schwer wie zunächst angenommen.

Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst waren nach Auskunft der zuständigen Kreisleitstelle am Wochenende nicht deutlich über das gewöhnliche Maß hinaus gefordert. Insgesamt 15 "mehr oder weniger kleine Einsätze" habe es am Samstag während der Schneefälle im gesamten Rhein-Sieg-Kreis gegeben, so ein Mitarbeiter.

Lediglich in Hennef kam es witterungsbedingt zu einem besonderen Einsatz: Um kurz nach 13 Uhr leistete dort die Freiwillige Feuerwehr Hennef einem mit zwölf Fahrgästen besetzten Linienbus Hilfe, der auf seinem Weg zum Hennefer Bahnhof zwischen Happerschoß und Allner auf schneeglatter Fahrbahn gegen eine Leitplanke gerutscht war und anschließend weder vor- noch zurückkam.

[kein Linktext vorhanden]17 Kräfte der Löschzüge aus Hennef und Happerschoß halfen bei der Bergung des Busses und holten eine Frau aus demselben heraus. Wie Feuerwehrpressesprecher Thomas Vitiello berichtete, war es ihr nicht gelungen, aus eigener Kraft über die Leitplanke zu klettern. Während der rund einstündigen Bergungsmaßnahmen war die L352 zwischen Happerschoß und Allner deshalb vollgesperrt.

Während viele Autofahrer am Samstag mit dem erneuten Wintereinbruch haderten, gab die weiße Pracht, die leider nur von kurzer Dauer war, etlichen Familien die Gelegenheit, mit ihren Kindern Schneemänner zu bauen oder den Schlitten noch einmal aus der Garage zu holen.

Einige Mütter und Väter hatten sich in Hennef am Abtshof in der Nähe des Geistinger Waldes getroffen, um zusammen mit ihren Kindern die Hügel herunter zu rodeln und die schönen Seiten des Winters zu genießen.