Kommunalwahl in Bad Honnef

Klarer Sieg für Otto Neuhoff

BAD HONNEF. Bad Honnefs neuer Bürgermeister heißt Otto Neuhoff. Bei der Stichwahl um die Nachfolge von Amtsinhaberin Wally Feiden (SPD) sprach sich am Sonntag eine deutliche Mehrheit für den Volljuristen und bisherigen Geschäftsführer einer Telekom-Tochter als neuen Bad Honnefer Verwaltungschef aus.

Das vorläufige amtliche Endergebnis verzeichnete gegen 20.30 Uhr 61,6 Prozent der Wählerstimmen für Neuhoff. Sein Gegenkandidat Guido Leiwig (SPD) brachte es auf 38,4 Prozent der Stimmen. Der parteilose Otto Neuhoff tritt damit kommende Woche in die Fußstapfen von Wally Feiden. Die Wahlbeteiligung bei der gestrigen Stichwahl lag bei 43,4 Prozent und damit etwas höher als bei der kreisweiten Stichwahl um das Landratsamt mit 25,8 Prozent.

Es war 19.30 Uhr, da brandete Jubel auf vor dem Rathaus. Umringt von seiner Familie und seinen Unterstützern schritt Neuhoff über den Rathausplatz. Immer wieder musste der 54-Jährige anhalten, links und rechts Hände von Gratulanten schütteln. Ein derart klares Ergebnis "hätte auch ich nicht erwartet", gestand der gebürtige Honnefer am Eingang zu seinem künftigen Dienstsitz. Und rief seinen Unterstützern zu: "Ihr seid großartig!" Gegenüber seinem Ergebnis im ersten Wahlgang hatte er noch einmal deutlich zulegen können. Wie berichtet, hatte es Neuhoff am 25. Mai mit 42,38 Prozent klar als Favorit in die Stichwahl geschafft, gefolgt von dem Berufssoldaten Guido Leiwig mit 28,87 Prozent. CDU-Kandidat Sebastian Wolff schaffte es seinerzeit mit 28,75 Prozent nicht in die Stichwahl.

Ein Trend pro Neuhoff hatte sich gleich zu Beginn der Auszählung abgezeichnet, die Feiden in ihrer Eigenschaft als Wahlleiterin um 18.30 Uhr im Foyer des Rathauses vor zunächst gut 60 interessierten Bürgern eingeleitet hatte. 60,3 Prozent für Neuhoff, 39,7 für Leiwig, so lautete das Ergebnis der Auszählung aus dem Wahlbezirk Selhof-Nord, das als erstes aller 16 Wahlbezirke vorlag. Auch in Hövel-Brüngsberg (60,7 zu 39,3 Prozent), in Orscheid-Wülscheid (65,0 zu 35,0 Prozent) und in Honnef-Süd (61,0 zu 39,0 Prozent) setzte sich der Erfolg für den Parteilosen fort, der im Wahlkampf von FDP, Grünen, Bürgerblock und FWG unterstützt worden war.

Spitzenergebnisse für Neuhoff gab es in Rommersdorf-Bondorf (66,1 zu 33,9 Prozent), in Aegidienberg-Mitte (66,0 zu 34,0 Prozent) und Honnef-Mitte (64,5 zu 35,5 Prozent). Auch in den restlichen Wahlbezirken festigte Neuhoff sein gutes Endergebnis und lag selbst in Wahlbezirken, in denen die SPD bei den Ratswahlen mit zwei Direktmandaten für den Stadtrat reüssieren konnte, vorn - und in denen Guido Leiwig seine besten Ergebnisse einfuhr. So lag das Ergebnis in Honnef-West/Lohfeld bei 54,7 Prozent für Neuhoff zu 45,3 Prozent für Leiwig, in Honnef-West/Lohfeld bei 54,7 Prozent für Neuhoff und 45,3 Prozent für Leiwig.

Entsprechend positiv nahmen Neuhoffs Unterstützer das Wahlergebnis auf. "Besser geht es nicht", so ein strahlender Bürgerblock-Chef Christoph Kramer. Gabi Clooth-Hoffmeister, Mitglied der frisch gekürten Fraktionsdoppelspitze der Grünen im Stadtrat, sagte auf die Frage nach einer möglicherweise schwierigen Mehrheitssuche: "Das Wahlergebnis ist das Signal, dass es nicht darum geht, Mehrheiten zu suchen, sondern den besten Weg."

Jubel auf der einen, Enttäuschung auf der anderen Seite: Während die Unterstützer von Neuhoff die Sektkorken knallen ließen, waren die letzten Hoffnungen auf Seiten der SPD zerplatzt. Leiwig, der mit seiner Familie und Freunden zum Rathaus gekommen war, um Neuhoff zu seinem Sieg persönlich zu gratulieren, erwies sich als fairer Verlierer.

"Ich hätte mir gewünscht, Bürgermeister zu werden und bin auch jetzt noch der Überzeugung, dass ich es besser könnte. Aber so ist es: Otto Neuhoff hat deutlich gewonnen, und wir werden ihm im Stadtrat die Unterstützung zukommen lassen, die wir jedem Bürgermeister hätten zukommen lassen", sagte er. Er wünsche Neuhoff jetzt "alles Glück, das er braucht, die Stadt Bad Honnef voranzubringen".