Eine Stadt im Wandel

Hennef steht vor neuen Herausforderungen

Hennef - die Stadt der 100 Dörfer - ist ein beliebter Wohnort für alle Generationen.

Hennef. Hennef hat sich in den vergangenen Jahren entwickelt. Nicht nur die Einwohnerzahl ist rapide auf 47.623 angestiegen. 2013 zogen laut Kreis von 900 Neubürgern 800 nach Hennef. Das spricht für die Beliebtheit der Stadt mit ihren malerischen Dörfern.

Hennef hat sich aber auch strukturell gemacht. Dazu trug ein Leitbildprozess bei, an dem sich die Bevölkerung beteiligen konnte. Einzelhandelskonzepte wurden in Auftrag gegeben und umgesetzt, ein Busbahnhof, eine Mehrzweckhalle, ein Mehrgenerationenhaus, ein Jugendpark und ein neuer Bauhof gebaut.

An der Ladestraße hinter dem Hennefer Bahnhof entsteht eine Ladenzeile mit einem Saturn-Markt. Viel Geld nahm die Stadt in die Hand, um das Gymnasium mit einem neuen naturwissenschaftlichen Trakt und einer Mensa fit für die Zukunft zu machen.

Neue Kindertagesstätten und Anbauten an bestehende Kitas entstanden, Hennef packte als eine der ersten Kommunen im Kreis das Thema Inklusion im großen Stil an und sorgte mit breitem politischen Konsens dafür, dass innerhalb kürzester Zeit an der Wehrstraße eine zweite Gesamtschule entstand.

Stadt vermarktet Siegbogen

Außerdem vermarktete die Stadt sämtliche Grundstücke des Neubaugebiets Siegbogen selbst.

Mittlerweile gibt es im Siegbogen, der neben der Gemeinschaftsgrundschule Siegtal auch über einen eigenen S-Bahn-Haltepunkt und eine Kita verfügt, kein einziges Fleckchen Grund und Boden mehr zu erwerben.

Für die jahrelang brach liegende Hennefer Messe konnte mit Müllerland ein großes Möbelhaus gewonnen werden, das den westlichen Eingangsbereich von Hennef belebte. Für den insolventen Baumarkt Max Bahr wurde mit Bauhaus schnell ein Nachfolger gefunden, der bereits in die Räume an der Fritz-Jacobi-Straße zieht.

Dabei sehen Hennefs Finanzen nicht gerade rosig aus. Zwar blieb der Stadt das Haushaltssicherungskonzept immer wieder erspart, aber auch der Haushalt für 2014 weist ein Defizit von rund drei Millionen Euro auf. Weniger Schlüsselzuweisungen von Landesseite machen auch Hennef das Leben schwer.

Da gab es dann schon mal politische Diskussionen darüber, dass der Bauhof mit 4,8 Millionen Euro runde 1,3 Millionen Euro teurer wurde als ursprünglich geplant. Auf der anderen Seite schaffte es die Stadt besonders bei der Schul und Jugendpolitik, den Anforderungen gerecht zu werden. Dem Leitbild folgend, will Hennef als Flächenkommune das dörfliche Leben, aber auch den Einzelhandel und die Vereine stärken.

300 Vereine prägen das Leben

Insgesamt 300 Vereine, davon allein 50 Sportvereine, prägen das Vereinsleben Hennefs und bereichern das Leben der Menschen. Die zahlreichen Hennefer Sportvereine, allesamt vereint unter dem Dach des Stadtsportverbandes, sorgen neben der Sportschule dafür, dass Hennef seinem Ruf als Sportstadt gerecht wird.

Politisches Gezänk gibt es allerdings derzeit rund um den Ausbau des Fußballstadions – obwohl diese Maßnahme laut Verwaltung allen zugutekommen soll, nicht nur dem FC Hennef.

Auch die Entwicklung von neuen Gewerbeflächen wie dem Kleinfeldchen an der Bundesstraße 8, wo auch eine neue Rettungswache entstehen soll, gestaltet sich schwierig, da die Anwohner rund um den Wingenshof und die Kapellenstraße ein Verkehrschaos und zunehmende Lärmbelästigung befürchten.

Apropos Lärm: Der kommt in Hennef größtenteils von oben. Flieger, die zum Flughafen Köln/Bonn unterwegs sind oder von dort aus abheben, ärgern viele Anwohner. Über Lichtenberg und den Zentralort donnern die Maschinen, und auch nachts finden viele Hennefer kaum Ruhe. Alle politischen Versuche, diese Situation zu ändern und zumindest ein Nachtflugverbot während der Kernruhezeit zu erreichen, waren bisher nicht von Erfolg gekrönt.

Stadt will neuen Flächennutzungsplan

Und auch das Thema Ortsumgehung Uckerath sorgt bei den Anwohnern immer wieder für Verdruss. Derzeit wird geprüft, ob die geplante Umgehung wieder in die Vorschlagsliste für den Bundesverkehrswegeplan für 2015 aufgenommen wird. Immerhin rollen täglich rund 19 900 Fahrzeuge durch den Ort, davon allein 1300 Lastwagen.

Eine große Aufgabe versucht die Stadt mit der Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplanes für Hennef zu bewältigen. Damit will sie der Tatsache Rechnung tragen, dass die Stadt größer geworden ist und dadurch heute vor anderen Herausforderungen steht als vor 20 oder 30 Jahren. Die kommende Legislaturperiode wird zeigen, ob die Verwaltung diesen Herausforderungen gewachsen ist.

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