Neuer Eigentümer

Gielsdorfer Wasserturm für 36.000 Euro versteigert

Sanierungsbedürftig: Der mehr als 100 Jahre alte Wasserturm.

ALFTER. Das denkmalgeschützte Wahrzeichen von Gielsdorf, der Wasserturm auf der Heide, hat einen neuen Eigentümer: Bei der Zwangsversteigerung im Bonner Amtsgericht am 13. August wurde das mehr als 100 Jahre alte und arg sanierungsbedürftige Gebäude für 36.000 Euro ersteigert.

Arthur Volkmann, Leiter des Fachbereichs Bauen, Liegenschaften und Umwelt bei der Gemeindeverwaltung Alfter, teilte bei der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit, dass der Erwerber voraussichtlich nicht beabsichtige, dort selbst eine Restaurierung und Nutzung umzusetzen, sondern dafür einen Investor suche. In diesem Zusammenhang könnte die Gemeinde erneut mit der Frage des Zuerwerbs von gemeindlichen Flächen für Wohnbebauung konfrontiert werden.

"Wir sind jetzt einen guten Schritt weiter", meinte Volkmann, "und harren der Dinge, die da kommen". Die Zwangsversteigerung zieht einen Schlussstrich unter den jahrelangen Rechtsstreit der Gemeinde Alfter mit dem Vorbesitzer Alexander Lichtenberg aus Köln, der das heruntergekommene Technikdenkmal 2002 der Gemeinde günstig abgekauft hatte. Die Auflage der Gemeinde damals: Bis 2009 sollte mit der Turmsanierung begonnen werden.

Der 14 Meter hohe Wasserturm wurde um die Wende des 19./20. Jahrhunderts von den Köln-Deutzer Motorenwerken gebaut und diente bis Anfang der 70er Jahre zur Trinkwasserversorgung von bis zu 1200 Haushalten in Gielsdorf. Lichtenberg plante eine Sanierung des Turms und einen Anbau mit einer Wohn- und Büroeinheit. Nach umfangreicher Abstimmung zwischen dem Turmherren, der Verwaltung und dem Ortsausschuss stand Anfang 2009 das Konzept: zum einen für die Baumaßnahmen und zum anderen für die Verlegung des Dorfplatzes auf die andere Straßenseite.

Dort steht heute das mit viel Eigenleistung erbaute Dorfgemeinschaftshaus Gielsdorf, das in diesem Jahr fertiggestellt wurde. Doch am Wasserturm passierte nichts. Selbst dann nicht, als die Gemeinde die Sanierungsfrist bis Ende 2010 verlängerte hatte. Die Kommune schaltete 2011 einen Rechtsanwalt wegen Nichterfüllung des Vertrags ein. Die Auseinandersetzungen, die in den Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses der Gemeinde in der Folge nur im nicht-öffentlichen Teil behandelt wurden, zogen sich bis in das laufende Jahr hinein. Sie endeten mit der Zwangsversteigerung, die durch einen Gläubiger beantragt worden war.