Flughafen Köln/Bonn

Franz Huhn und Klaus Pipke fordern Nachtflugverbot

Demonstration gegen nächtlichen Fluglärm: Bürgerprotest im März 2012 am Flughafen Köln/Bonn.

RHEIN-SIEG-KREIS. Die am Montag vorgestellten Studien zur Auswirkung des Fluglärms im Umfeld des Köln/Bonner Flughafens ist in den betroffenen Kommunen mit Interesse zur Kenntnis genommen worden.

Die Bürgermeister Franz Huhn (Siegburg) und Klaus Pipke (Hennef) nahmen die Gutachten auf Anfrage des GA zum Anlass, um ihre Forderung nach einem Nachtflugverbot zu erneuern.

Die Studien wurden vom Umweltbundesamt in Auftrag gegeben. Daraus ergibt sich für Anwohner ein erhöhtes Risiko für mehrere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisches Nierenversagen, psychische Störungen oder Demenz. Für den Zeitraum 2012 bis 2021 sei mit 3700 Erkrankungsfällen - darunter 600 vorzeitigen Todesfällen - zu rechnen.

Zudem müsse man von Krankheitskosten in Höhe von rund 274 Millionen Euro ausgehen, heißt es in der Untersuchung des Bremer Professors Eberhard Greiser. "Wenn die Zahlen stimmen, dann bestätigen sie alle Befürchtungen und untermauern unsere Forderung nach einem echten Nachtflugverbot", erklärte Klaus Pipke. "Das Ziel ist und bleibt eine Kernruhezeit für den Passagierflugverkehr und den Frachtflugverkehr von 22 bis 6 Uhr."

Amtskollege Franz Huhn: "Diese Zahlen sprechen Bände, das macht mich betroffen." Auch der volkswirtschaftliche Schaden liege auf der Hand. "Es ist an der Zeit, gegen diese dauerhafte Gefahr für die Gesundheit anzugehen. Dazu rufe ich Politiker aller Couleur auf, aber auch wir werden nicht locker lassen", so Huhn.

Das forderte auch Helmut Schumacher, Vorsitzender der Lärmschutzgemeinschaft in Hennef. "Die Landesregierung muss jetzt handeln. Sie kann sich nicht länger hinter der Rechtsauffassung des Bundes verstecken." Das Land wollte 2012 ein Nachtflugverbot für Passagiermaschinen durchsetzen, beugte sich jedoch dem Bund, der dies für nicht rechtens hält.

Der Flughafen selbst hielt sich bedeckt: "Wir hätten uns gewünscht, dass wir das Gutachten zur Kenntnis bekommen, bevor es öffentlich vorgestellt wird. Das hätte uns in die Lage versetzt, Stellung zu nehmen", so Sprecher Walter Römer. "Nach unserem ersten Eindruck besteht der medizinische Teil aus bereits seit Jahren bekannten Greiser-Studien, die in der Fachwelt wegen methodischer Mängel umstritten sind."