Gewässer rund um Bonn

Das ist beim Baden in Seen und Flüssen in der Region zu beachten

An Flüssen und Seen in der Region ist das Baden in manchen Fällen erlaubt.

Region. Die warmen Tage in der Region haben bei vielen die Lust auf einen Sprung ins kühle Nass steigen lassen. Wir zeigen, in welchen Gewässern das möglich ist. Das Baden in Seen und Flüssen birgt jedoch Gefahren, warnt die DLRG.

Die sommerlichen Temperaturen verlocken manchen Schwimmer zu einem Bad im Rhein. Die Stadt warnt: Das ist lebensgefährlich. Seit 2016 warnt sie mit insgesamt 13 großformatigen Schildern vor den Gefahren, die unter anderem am Rheinufer auf beiden Seiten der Stadt lauern.

Auch Thomas Stockhorst, stellvertretender Bezirksleiter der DLRG Bonn, rät dringlich davon ab, im Rhein schwimmen zu gehen. Nur geeignete, am besten bewachte Badestellen sollten genutzt werden und da gehöre der Rhein definitiv nicht dazu.

Oft wird unterschätzt, dass die Grenze zwischen stehendem und fließendem Wasser nicht langsam verläuft, sondern unerwartet auftritt. Wo der Grund zur Fahrrinne steil abfällt, verliert man plötzlich den Boden unter den Füßen. Der Rhein fließt im Stadtgebiet Bonn mit einer Geschwindigkeit von etwa sechs Kilometern pro Stunde, bei Hochwasserlagen kann diese nochmals deutlich steigen.

Auch geübte Schwimmer können dieser starken Strömung nicht lange standhalten. Insbesondere die Sogwirkung der vorbeifahrenden Schiffe sorgt immer wieder für Badeunfälle. Badende Kinder können aus dem schützenden Bereich zwischen den Kribben hinaus in die Strömung gerissen werden und so verunglücken.

Laut Thomas Stockhorst überschätzen sich viele Schwimmer und unterschätzen die Gewässer. "Vor allem junge Leute überschätzen ihre Schwimmfertigkeiten oder stehen unter Alkoholeinfluss." Bei älteren Menschen könnten noch körperliche Beschwerden hinzu kommen. Kälte, Wasserdruck und Belastung könnten negativ auf den Körper im Wasser wirken. Zudem würden viele Schwimmer Entfernungen im Wasser unterschätzen, so Stockhorst. "Im Wasser sieht die Entfernung zur nächsten Insel oder zum anderen Ufer kleiner aus, als sie ist. Da kann es schnell passieren, dass man auf halber Strecke nicht mehr kann."

Baden in Sieg und Agger

In Sieg und Agger sind das Baden und Tauchen sowie das Betreten des Sieg- und Aggerufers generell verboten. Von diesem Verbot ausgenommen sind freigegebene sogenannte „gewässernahe Erholungsbereiche“. Für das Baden in diesen Bereichen weist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf ihre Baderegeln hin: Besucher sollten nur dann ins Wasser springen, wenn es frei und tief genug ist. Sonst kann es zu Verletzungen durch scharfkantige Steine im Gewässer oder am Ufer kommen. Nichtschwimmer sollten nur bis zum Bauch ins Wasser gehen.

In Bereichen, in denen Schiffe und Boote fahren, ist das Baden nicht erlaubt. Aufblasbare Schwimmhilfen wie Luftmatratzen, Autoschläuche und Gummitiere bieten keine Sicherheit im Wasser. Wer bei Gewitter badet, bringt sich in große Gefahr und sollte in diesem Fall das Wasser schleunigst verlassen.

Bei Strömung, Kieslöchern und Strudel richtig reagieren

Beim Baden in der Sieg besteht die Gefahr, in Strudel zu geraten oder in Kieslöcher zu treten und so in die Tiefe gezogen zu werden. Hier sei es wichtig, richtig zu reagieren, sagt die Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Siegburg. Gerate man in einen Strudel, soll man sich laut DLRG nach unten ziehen lassen und dann zur Seite wegtauchen. Im Falle einer Strömung sei es wichtig, sich so lange treiben zu lassen, bis Einsatzkräfte da seien oder man ans Ufer gespült werde.

Die Sieg und die Agger seien keine Hochrisikogewässer. Das heiße aber nicht, dass sie ungefährlich seien, so die DLRG-Profis. „Die Flüsse wechseln ständig zwischen tief und flach und werden von vielen unterschätzt." Man dürfe nie alleine in Flüssen baden gehen, müsse Schwimmer sein und ein Handy dabei haben.

Stockhorst rät zudem, sich vor dem Schwimmen immer einen Plan zu machen, wie man im Ernstfall reagiert. Wenn einem im See die Puste ausgehe, könne man sogenannte kraftsparende Überlebungslagen einnehmen. Dabei drehe man sich auf den Rücken und halte sich mit kleinen Paddelbewegungen über Wasser. Dadurch könne man seine Atmung beruhigen und sich orientieren, wo das nächste Ufer ist. "Wer einen Menschen im Wasser in Not entdeckt, sollte zuallererst den Notruf wählen und dann abwägen, wie man weiter hilft", so Stockhorst. Nie sollte man in Flüssen einen eigenen Rettungsversuch starten. In Seen sollte man nur hinterherschwimmen, wenn man es sich zutraue und am besten auch nur mit Hilfsmittel.

Die Devise „Baden auf eigene Gefahr“ gilt auch für den Rotter See in Troisdorf und den Allner See in Hennef. Der Allner See ist aus Gründen des Naturschutzes kein Bade- oder Sportgewässer, so die Stadt Hennef.  Man darf sich auf der ausgewiesenen Liege- und Spielwiese am See erholen. Es gibt jedoch keine Aufsichtspersonen am See, die bei Badeunfällen retten könnten. Im Gegensatz zum Allner See ist der Rotter See als Badegewässer ausgewiesen. Doch auch hier gibt es keine Schwimmmeister.