Darmbakterium aufgetaucht

Bürger sollen Trinkwasser in Eitorf abkochen

EITORF. Das Kreisgesundheitsamt hat Escherichia coli-Bakterien im Eitorfer Trinkwasser entdeckt. Ein technischer Defekt könnte die Verunreinigung ausgelöst haben.

Das Trinkwassernetz in Teilen der Gemeinde Eitorf ist mit dem Darmbakterium Escherichia coli verunreinigt. Das teilte das Kreisgesundheitsamt am Montagabend mit. Im Wesentlichen seien der Zentralort und die Gewerbegebiete betroffen. Das Leitungswasser soll dort deshalb nur abgekocht getrunken werden.

Laut der stellvertretenden Leiterin des Kreisgesundheitsamts, Hildegard Schneider, war bei einer Routinekontrolle ein Escherichia coli-Bakterium gefunden worden. Daraufhin starteten Nachuntersuchungen an weiteren Stellen, bei denen zunächst keine Bakterien festgestellt wurden. Am Montag sei das Darmbakterium dann wieder aufgetreten, sagte Schneider. Escherichia coli könne Durchfall auslösen, wenn es gehäuft vorkomme.

Als Ursache hat das Gesundheitsamt den Hochbehälter Josefshöhe der Gemeindewerke Eitorf ausgemacht. Möglicherweise habe ein technischer Defekt die Verunreinigung verursacht. Der Hochbehälter wurde vom Netz genommen. Um eventuelle Reste des Darmbakteriums im Leitungsnetz auszuschließen, hat das Kreisgesundheitsamt in Abstimmung mit dem Hygieneinstitut der Uniklinik Bonn bis auf weiteres ein Abkochgebot angeordnet. Zusätzlich wird das Wasser gechlort. Der erhöhte Chlorgehalt ist laut Kreis nicht gesundheitsschädlich, gegebenenfalls könne das Wasser aber nach Chlor riechen.

Im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollen die Bürger im Einzugsbereich des Hauptorts Eitorf das Wasser abkochen, bevor sie es trinken, sich die Zähne putzen, Nahrung zubereiten oder offene Wunden reinigen. Dabei solle das Wasser einmal sprudelnd aufkochen und dann langsam über mindestens zehn Minuten abkühlen. „Das Abkühlen lassen ist wichtig, weil die Hitze dann noch weiter wirkt“, erklärt Schneider. „Es ist gut, wenn man einen Wasserkocher hat.“ Was nicht helfe, seien Wasserfilter, sagt die stellvertretende Gesundheitsamtsleiterin. Für die Toilettenspülung, zum Duschen oder Händewaschen sei das Leitungswasser aber geeignet. Das Kreisgesundheitsamt gibt Entwarnung, sobald das Chlorungs- und Abkochgebot aufgehoben werden kann. Bis dahin werde das Wassernetz weiter intensiv beprobt und kontrolliert, teilt die Pressestelle mit.

In den vergangenen Wochen war bereits der Umweltkeim Lelliottia amnigena unter anderem in Teilen des Trinkwassernetzes des Kreises entdeckt worden. Ein Zusammenhang zwischen den Funden bestehe nicht, so das Gesundheitsamt. Die Ursachenforschung zum Umweltkeim laufe parallel weiter. Laut Kreis stellt er für die Menschen keine Gefahr dar.

Nähere Infos erhalten die Bürger der Gemeinde Eitorf bei den Gemeindewerken Eitorf, 0 22 43/8 92 01 und 0 22 43/8 92 05 sowie im Internet auf www.eitorf.de. Dort gibt es auch eine Übersichtskarte des betroffenen Gebiets.