Mann von Astronautin Insa Thiele-Eich

Wirbel um "Spitzenvater"-Preis an Königswinterer

Insa Thiele-Eich möchte ganz, ganz hoch hinaus.

Insa Thiele-Eich.

11.03.2019 Königswinter. Daniel Eich, Ehemann der angehenden Astronautin Insa Thiele-Eich, ist als Spitzenvater des Jahres ausgezeichnet worden. In den sozialen Netzwerken gibt es Kritik.

Die angehende Astronautin Insa Thiele-Eich (35) hat verwundert auf die Aufregung um die „Spitzenvater“-Auszeichnung für ihren Mann reagiert. „Es geht darum, dass wir seit neun Jahren eine gleichberechtigte Partnerschaft und Elternschaft führen“, sagte die Meteorologin am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Köln. Thiele-Eich soll im nächsten Jahr möglicherweise als erste Deutsche zur Raumstation ISS fliegen. Der Flug wird privat finanziert werden, es ist keine Mission der europäischen Raumfahrtbehörde ESA.

Thiele-Eichs Mann Daniel Eich war von der Großbäckerei Mestemacher zum „Spitzenvater 2019“ ausgerufen worden. Wenn Thiele-Eich nächstes Jahr vielleicht auf die ISS fliegen könne, dann „hat ihr Ehemann Daniel Eich durch seinen flexiblen Einsatz in der Familie und für die drei Kinder daran mitgewirkt“, teilte das Unternehmen mit. In den sozialen Netzwerken gab es daraufhin viele kritische Kommentare. Der Tenor: Warum wird ein Mann mit einem Preisgeld von 5000 Euro belohnt, nur weil er sich um die Kinder kümmert?

Thiele-Eich sagte, sie und ihr Mann hätten zunächst auch etwas irritiert auf den Titel „Spitzenvater“ reagiert. Der Preis stehe jedoch für Werte, die sie voll und ganz unterstützten. Natürlich wäre es schön, wenn der Preis eines Tages überflüssig sein sollte. So weit sei es aber noch lange nicht. Gerade jetzt werde sie zum Beispiel ständig gefragt, wo sie denn ihr Baby habe: Bei der Oma vielleicht? „Die Leute kommen überhaupt nicht auf die Idee, dass das Kind beim Vater sein könnte“, sagte Thiele-Eich. „Das scheint noch nicht im Bewusstsein der Gesellschaft angekommen zu sein - und darauf soll der Preis hinweisen.“ (dpa)