Gaststätte am Drachenfels

Winzerhäuschen in Königswinter wiedereröffnet

Königswinter. 15 Jahre hat Sven Trautwein das Felders an der Wilhelmstraße in Siegburg geführt. Jetzt ist er umgezogen: Der 43-Jährige hat die denkmalgeschützte Gaststätte unterhalb des Drachenfels übernommen.

Die Aussicht, sagt Sven Trautwein, hat ihn gleich beeindruckt. Von der Terrasse aus blickt er hinunter über das gesamte Rheintal, zur linken Seite hinauf auf Schloss Drachenburg. Noch genießt der 43-Jährige das Panorama weitgehend allein. Ändern wird sich das vermutlich, sobald die ersten warmen Frühlingstage die Besucher wieder ins Freie ziehen. Trautwein hat Anfang des Jahres mit dem Weinhaus Winzerhäuschen eine Traditionsgaststätte in Königswinter übernommen und Anfang Februar unter dem Namen „Felder's am Winzerhäuschen“ wiedereröffnet.

Holztische und bequeme Stühle in Beige, die Wände in modernem Graublau, warme Lichtquellen und dazwischen ein paar Wanderhüte an Garderobenhaken. „Für die suche ich noch einen endgültigen Platz“, sagt der Gastronom. „Vielleicht neben der Theke, mal schauen.“ Man spürt, über sein neues Domizil hat sich der 43-Jährige gründlich Gedanken gemacht. Viele Einrichtungsstücke in dem urigen Fachwerkhaus hatten zuvor ihren Platz im ursprünglichen „Felder's“: Trautweins Lokal, das er 15 Jahre im ehemaligen Hotel Felder an der Wilhelmstraße in Siegburg betrieb.

„Ich hatte das Gefühl, dass es Zeit wird für etwas Neues“, sagt er. Als sich die Gelegenheit bot, die Gaststätte auf halbem Weg zum Drachenfels zu übernehmen, habe er nicht lange überlegt und zugegriffen. Generationen von Spaziergängern sind in die Gaststätte im Siebengebirge eingekehrt. Ein Winzerhaus an dieser Stelle ist bereits seit dem Jahr 1661 belegt, heißt es in der Hauschronik. Es war damals Teil des Kucksteinhofs.

Das heutige Gebäude an der Drachenfelsstraße, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht, stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde gleichfalls als Winzerhaus genutzt. Von Mitte des 19. Jahrhunderts an bis zum Ersten Weltkrieg firmierte es unter dem Namen „Weingut Kuckstein“, vermerkt die Chronik weiter. Mehr als 140 Jahre führte die Familie Mettelsiefen den Betrieb. In ihre Fußstapfen tritt nun Trautwein.

Drei Wochen lang hat der 43-Jährige den Gastraum im Januar umgebaut. „Meine Idee war, Modernes und Gemütliches zu kombinieren, aber so, dass es zum Charakter des Hauses passt“, erklärt er. Seidenblumen auf den Tischen und ausgestopfte Tiere an den Wänden tauschte er gegen Kerzenhalter und das eine oder andere Geweih, den dunkelgrünen Teppich im Kaminzimmer gegen Stäbchenparkett. „Ein Anfang ist gemacht“, sagt er. „Der Rest folgt nach und nach.“

Auch das Speisenangebot hat er mit Bedacht zusammengestellt, es soll eine „gutbürgerliche und ehrliche Küche“ sein, wie Trautwein es beschreibt. Flammkuchen, Spätzle, Folienkartoffeln und Salate stehen unter anderem auf der Karte. Und Zucchini-Spaghetti, die es bereits im alten „Felder's“ gab. Dass das Publikum am Drachenfels gleichwohl ein anderes sein wird als in Siegburg, ist dem 43-Jährigen bewusst. „In Siegburg habe ich immer scherzhaft gesagt: Das ist ein Mädels-Laden, in dem sich Freundinnen abends treffen, um ein Glas Wein zu trinken und Salat zu essen.“

Im Siebengebirge hingegen erwarten ihn und sein Team, das den 43-Jährigen zum Teil aus Siegburg begleitet hat, vor allem ein Tagesgeschäft und Gesellschaften. Zu besonderen Anlässen, wie derzeit das Schlossleuchten auf Schloss Drachenburg oder aber Rhein in Flammen, brennt im Winzerhäuschen jedoch auch abends noch Licht.

Spannend würden in jedem Fall die ersten Frühlingstage, wenn die große Terrasse mit rund 100 Plätzen öffnet. „Ich lasse mich überraschen“, sagt Trautwein, der überdies im Januar erstmals Vater geworden ist. Für ihn ist es ein Neuanfang in jeder Hinsicht.

„Felder's am Winzerhäuschen“ in Königswinter, Drachenfelsstraße 100, ist täglich außer montags von 11 Uhr bis zur Dämmerung geöffnet. Weitere Informationen unter 02223/214 69, per E-Mail an info@felders.com sowie unter https://felders.jimdo.com.