Polizeieinsatz in Heisterbacherrott

Wildwest-Einsatz für die Polizei im Siebengebirge

Dreharbeiten im Wald bei Heisterbacherrott riefen die Polizei auf den Plan.

Dreharbeiten im Wald bei Heisterbacherrott riefen die Polizei auf den Plan.

Heisterbacherrott. Fast schon panisch haben einige Wanderer am Mittwochmittag rund um den Mantelparkplatz bei Heisterbacherrott im Siebengebirge reagiert. Männer streiften, bewaffnet mit Handfeuerwaffen, unterhalb des Stenzelbergs durch den Wald.

Bei der Polizei gingen gegen 13.45 Uhr gleich mehrere Anrufe ein. Die beiden alarmierten Beamten trafen nach Angaben der Bonner Polizei vor Ort tatsächlich sieben zum Teil verkleidete Personen mit mehreren Schusswaffen an.

Bei genauerer Prüfung stellten sich die Revolver jedoch als Attrappen heraus. Und die Waffenträger gaben an, zu einer Filmcrew zu gehören und im Siebengebirge einen Western drehen zu wollen. Die echten Sheriffs fanden das aber nicht so lustig und nahmen ihnen einen Teil ihres Equipments ab.

Für die weiteren Dreharbeiten mussten sie auf zwei Waffen verzichten, die so täuschend echt aussahen, dass die Polizei sie lieber sicherstellte. Sogenannte „Anscheinwaffen“ dürfen in der Öffentlichkeit nämlich nicht mitgeführt werden. Darüber hinaus nahmen die Beamten die Personalien der angeblichen Schauspieler auf. Und sie erstatteten Anzeige. Jetzt wird geprüft, ob ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorliegt.

Einer der Zeugen, die bei der Polizei eine Aussage machten, war im Übrigen Revierförster Jens Merzbach, der für das zentrale Siebengebirge zuständig ist. „Mir ist am Stenzelberg ein bewaffneter Mann entgegengekommen. Ich wusste ja nicht, dass das Schauspieler sind, und habe es nicht für ratsam gehalten, ihn anzusprechen“, berichtete er.

Die Filmcrew, deren Mitglieder zum Teil aus dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein stammten, ließen sich von dem Polizeieinsatz aber nicht nachhaltig abschrecken. Sie setzten ihre Dreharbeiten auf dem Mantelparkplatz fort.