Abitur am Ernst-Kalkuhl-Gymnasium

Wiedersehen nach 50 Jahren in Niederdollendorf

Vor 50 Jahren legten sie in Oberkassel ihr Abitur ab: 29 Ehemalige des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums trafen sich jetzt in Niederdollendorf.

Vor 50 Jahren legten sie in Oberkassel ihr Abitur ab: 29 Ehemalige des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums trafen sich jetzt in Niederdollendorf.

NIEDERDOLLENDORF. 29 Abiturienten des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums in Oberkassel trafen sich in Niederdollendorf zu ihrer Jubiläumsfeier und schwelgten in Erinnerungen an vergangenen Schulzeiten.

Gemeinsam haben sie ihr Abitur abgelegt, gefeiert wurde bislang getrennt. Nach 50 Jahren war die Zeit nun aber reif für „Kalkuhl-Ökumene“: Ihr goldenes Abitur-Jubiläum begingen die ehemaligen Schüler der Klassen a, b und c des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums (EKG) in Oberkassel erstmals gemeinsam. Im Bredershof in Niederdollendorf stießen am Samstag 29 der damals 53 Abiturienten auf ihre erfolgreiche Reifeprüfung an. In geselliger Runde wurde anschließend in Erinnerungen an die vergangene Schulzeit geschwelgt.

„Wir waren damals der erste G 8-Jahrgang“, erzählt Ernst-Martin Heel und schmunzelt. Tatsächlich legten die Schüler, die 1960 in die Sexta des Gymnasiums eingeschult wurden, ihr Abitur nach insgesamt acht Jahren ab. „Das lag daran, dass es damals Kurz-Schuljahre gab“, so Heel. Hintergrund war, dass die Versetzung ins nächste Schuljahr, die ursprünglich immer zu Ostern stattgefunden hatte, in den Sommer verschoben wurde.

Nicht zu vergleichen mit heute war damals die Notengebung: „Die Eins kam auf unserer Notenskala eigentlich gar nicht vor.“ Eine Vier war die Norm, mit einem „Befriedigend“ zählte man schon zu den Besten. „Es war allerdings früher auch nicht so wichtig, einen guten Notendurchschnitt zu haben, da man in den allermeisten Fächern keinen Numerus Clausus zu befürchten hatte“, sagt Rolf Beitzel.

Büffeln für die Hauptfächer

So richtig büffeln mussten die Gymnasiasten damals ohnehin nur für die Hauptfächer Englisch, Französisch, Deutsch und Mathe, in denen auch verpflichtend die schriftlichen Abiturprüfungen abgelegt wurden. „Die Nebenfächer haben wir gar nicht ernst genommen. Da sind die Ansprüche heute viel, viel höher“, sagt Heel. Er weiß, wovon er redet: Heel ist nicht nur selbst Pädagoge, sondern als Urenkel des Schulgründers Ernst Kalkuhl auch Schulträger des Gymnasiums.

Während ihm sein Werdegang quasi in die Wiege gelegt wurde, weicht so manche andere Biografie deutlich von den ursprünglichen Berufswünschen ab: Aus dem angehenden Sozialpsychologen Fritz Günther zum Beispiel wurde ein Bauunternehmer und Klaus Kiefer züchtete Schafe, statt als Architekt Gebäude zu entwerfen. Beitzel indes, den es in den Schuldienst gezogen hatte, konnte seinen Berufswunsch als späterer Leiter der Bad Honnefer Musikschule verwirklichen.

Richtige „Promis“ hat der Jahrgang auch in seinen Reihen: zum einen Schauspieler und Theaterleiter Peter Millowitsch, zum anderen den Vater des Deutschen Aktienindex, Frank Mella. Der Königswinterer hatte als Redakteur der Börsen-Zeitung vor 30 Jahren den DAX konzipiert.

Natürlich haben die damaligen Gymnasiasten auch nicht nur gebüffelt: Hoch im Kurs standen bei den jungen Leuten die Tanzveranstaltungen in der Gaststätte „Rheinblick“ in Niederdollendorf. In Ermangelung eigener weiblicher Mitschülerinnen – das EKG ist erst seit 1974 eine gemischte Schule – kamen da Mädchen aus dem Königswinterer Gymnasium dazu, wie die Herren mit breiten Grinsen verraten. „Ganz harmlos“ sei das aber früher alles gewesen: „Die Mädchen haben auf der einen Seite gesessen, wir Jungs auf der anderen.“