Informationsveranstaltung

Wie steht es um das Bauvorhaben Sumpfweg in Königswinter?

KÖNIGSWINTER. "Wann wird gebaut?", lautete eine häufig gestellte Frage bei der Informationsveranstaltung zum Bauvorhaben am Sumpfweg in Königswinter mit gut 120 Teilnehmern.

Franz-Josef Lickteig, Geschäftsführer der BPD Immobilienentwicklung GmbH, stand dabei Rede und Antwort. Die Bürgerinitiative Rheinaue Königswinter will das Vorhaben verhindern. „Wann wird gebaut?“ Das war eine der meistgestellten Fragen am Samstag auf der Infoveranstaltung der BPD Immobilienentwicklung GmbH zum Bauprojekt Sumpfweg – eine Veranstaltung, die nicht nur seitens des Investors mit Spannung erwartet worden war. Schließlich waren die kritischen Stimmen, die gegen die geplante Bebauung des Sumpfweg-Geländes an der Rheinpromenade sind, in den vergangenen Monaten nicht zu überhören gewesen. Die Bürgerinitiative Rheinaue Königswinter möchte das Naherholungsgebiet zwischen Königswinter und Niederdollendorf unter allen Umständen erhalten.

Konstruktive Atmosphäre

Umso positiver überrascht war BPD-Geschäftsführer Franz-Josef Lickteig, wie sachlich die Gespräche bei der Veranstaltung im Arbeitnehmerzentrum Königswinter (AZK) geführt wurden – auch seitens der Gegner. „Ich bin nicht mit der Illusion an diese Veranstaltung herangegangen, dass keine kritischen Fragen gestellt werden“, so Lickteig. Entsprechend hatte man sich gewappnet und eine ganze Reihe von Experten eingeladen, die den Besuchern zu verschiedenen Themenbereichen Rede und Antwort standen. Vor allem freute sich der Investor über viele Kaufinteressenten: „Das zeigt doch, dass wir gar nicht so falsch liegen mit unserem Anspruch, hier neuen Wohnraum zu schaffen.“

Rund 120 Besucher hatten bereits bis zum Mittag den Weg ins AZK gefunden, „viele junge Familien mit Kindern, aber auch Großeltern mit Kindern und Enkeln, ein paar Singles und auch ältere Paare, die sich einen schönen Lebensabend im Grünen machen möchten“, so Karsten Bredemeier, der die Veranstaltung auf Einladung des Investors moderierte. Rund 90 Prozent, so schätzt er, seien Kaufinteressenten gewesen. „Die Standardfrage war: 'Ab wann wird gebaut?'“ Auch habe es bereits viele Reservierungsanfragen gegeben. Was den Baubeginn betrifft, konnte der Investor allerdings keinen genauen Termin nennen: „Der Bauantrag ist gestellt und wir warten auf die Genehmigung“, so Sandra Joern von BPD. Was andere Fragen angeht, konnten indes auch Missverständnisse und Fehlinformationen ausgeräumt werden: „Zum Beispiel, dass die Baumzeile am Rhein definitiv nicht gerodet wird. Oder dass es sich bei dem Gelände nicht um ein Grundstück der Kommune handelt.“ Wenn Kritik geäußert wurde, sei dies „ruhig, besonnen und konstruktiv“ geschehen.

Grund- und Hochwasserproblematik erörtert

Große Poster und Modelle informierten über die verschiedensten Themen von der Grundwasserproblematik bis hin zum Schutz von Flora und Fauna, zu jedem Bereich standen zudem die verantwortlichen Fachleute für Gespräche zur Verfügung. Vor allem an den Stellwänden des Bonner Architekturbüros Schommer bildeten sich immer wieder Menschentrauben. Viele Kaufinteressenten nutzten die Gelegenheit, Fragen zu den insgesamt 156 Wohneinheiten zu stellen, die auf dem Areal entstehen sollen. „Die vorgesehene Architektur kommt sehr gut an“, freut sich Laura Schommer-Wolstein. Das gelte besonders für die naturnahe Farbgebung, die Durchwegung und den Sichtbezug zur Rheinlandschaft. Ebenfalls viel Informationsbedarf gab es zum Thema Hochwasser. Ingenieur Franz Fischer klärte offen über die zu erwartenden Risiken auf: „Es ist wichtig, die Leute darauf hinzuweisen, dass sie nun mal am Rhein bauen. Wer hier kauft, sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass er etwa alle 80 bis 100 Jahre mit einem schweren Hochwasser konfrontiert werden wird.“ Vor einem sogenannten Jahrhunderthochwasser können nämlich auch die geplanten Neubauten nicht geschützt werden.

Anders sieht es bei normalen Hochwasserständen aus. „Da kann nichts passieren, das ist auch gesetzlich vorgeschrieben.“ So werden die Häuser etwas aufgehöht errichtet, die Keller mit Hilfe einer wasserundurchlässigen Wanne abgedichtet. Ausnahme: die geplanten Tiefgaragen. „Etwa alle 15 Jahre, so die geschätzte Größenordnung, werden Sie ihr Auto dort vor Wasser in Sicherheit bringen müssen.“ Dass sich die Natur nicht immer an Durchschnittswerte hält, zeigte sich in den 90er Jahren: 1993 und 1995 machten gleich zwei schwere Hochwasser den Rheinanliegern zu schaffen.