Vortrag zur Heimatforschung

Wie der Rennenberger Hof zum Brückenhof wurde

An Ort und Stelle erfuhren die Zuhörer Neues zur Geschichte des Brückenhofes.

OBERDOLLENDORF. "Sensationell. Du hast den Standort des Rennenberger Hofs herausgefunden." Mit diesen Worten fasste Peter Kummerhoff, Vorsitzender des Heimatvereins Oberdollendorf und Römlinghoven, die aktuellen Forschungsergebnisse von Theo Molberg knapp zusammen.

Unter dem Titel "Die Geschichte des Brückenhofes" stellte Molberg bei einem Vortragsabend im Weinhaus Lichtenberg erstmals seine Forschungsergebnisse vor.

Zuvor hatte er über Monate hinweg akribisch das Nachbarschaftsbuch, Kirchenbücher, Gerichtsprotokolle des Amtes Löwenburg, Katasterbücher und -karten sowie Notarverträge studiert. Ergebnis der umfassenden Recherche: Das wahrscheinlich 1684 erbaute Heimatmuseum und der Rennenberger Hof sind identisch. Letzterer gehörte ferner zu den sieben uralten Freihöfen, die die Ortsgeschichte maßgeblich mitbestimmt haben. Grund: Hier wurden die "Weistümer" (Dorfregeln) aufgestellt und jährlich der Bürger- und Kirchmeister gewählt.

"In den Ortschroniken von Oberdollendorf ist immer von zwei Höfen die Rede. Über den Brückenhof weiß man so gut wie nichts vor 1800, über den zweiten, den Rennenberger Hof, dachte man bislang, er sei um 1800 abgerissen worden", so Molberg. Der Brückenhof ist jedenfalls eng mit der Familie Broel verbunden. 1847 ersteigerte Joseph Broel den Hof für 1000 Taler von einer unbekannten Frau aus Köln. Seine Vorfahren hatten dort aber nachweislich schon seit 1722 gewohnt. Bis 1959 blieb der Brückenhof im Besitz der Familie, so Molberg. Da die letzten Besitzer, Josef Wiesgen und Maria, geborene Broel, kinderlos blieben, wurde er an die Stadt Königswinter verkauft und 1990 zu dem heutigen Heimatmuseum ausgebaut.

Zum Rennenberger Hof ließ er wissen, dass die "Edlen von Rennenberg" im 15. und 16. Jahrhundert Besitzer des Hofes waren. Danach - verkauft wurde der Hof um 1570 - liegt die Geschichte zunächst im Dunklen. "Ab Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte er Peter von Moers und seiner Frau Margaretha, einer Kölner Ratsherren-Familie", so Molberg. Zielsicher führte er die Zuhörer durch verwirrende Stammbäume und notariell beglaubigte Verkaufsunterlagen, bis er bei Mathias Coomans, Richter des Amts Löwenburg, und bei dessen Witwe Catharina Franzisca geborene Daniels ankam. "Sie verkaufte den ganzen Rennenberger Besitz 1843 an die Gebrüder Samuel und Philipp David aus Königswinter, die versuchten, die 61 Grundstücke mit 63 Morgen Fläche parzellenweise zu verkaufen."

Damit hatten sie aber keinen Erfolg; ihr Vermögen wurde 1846 als Konkursmasse versteigert, darunter auch der "Rennenberger Hof an der Feldergasse". Und Käufer war eben jener Josef Broel. "Der Namenswechsel des Hofes erfolgte wahrscheinlich durch die Auflösung des Grundbesitzes während der Versteigerung", schlussfolgerte Molberg. Die Entstehungsgeschichte des Rennenberger Hofes müsse entsprechend neu untersucht werden.