Behinderten-Lotsen

Wegweiser in ein besseres Leben

Die zertifizierten Behinderten-Lotsen.

KÖNIGSWINTER. "Ich bin dann mal - Wegweiser!": 19 Behinderten-Lotsen erhielten jetzt von Ministerialrat Ulrich Kolb vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales in Nordrhein-Westfalen ihre Zertifikate im Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK). Lehrgänge für Lotsen werden bereits seit dem Jahr 2010 angeboten.

Fast 60 Menschen wurden bisher ausgebildet. Seit Dezember vergangenen Jahres hatten sich die Teilnehmer der aktuellen Staffel an insgesamt neun Tagen im AZK zur Schulung versammelt. Sie wurden fit gemacht, um Menschen mit Behinderung unterstützen zu können.

Ellen Romberg-Hoffmann vom Zentrum für selbstbestimmtes Leben in Köln (ZsL Köln), die zusammen mit Sandra Meinert die Projektleitung hatte, sagte: "Die Idee der Wegweiser ist es, dass Menschen mit Behinderung von unabhängigen und zum Teil selbst Betroffenen beraten und informiert werden."

Dabei geht es darum, den Wegweisern die Kompetenzen zu vermitteln, mit denen sie in der Lage sind, finanzielle, sozialrechtliche und psychosoziale Fragestellungen zu klären. Häufig wissen Betroffene nämlich nicht, welche Hilfsmittel es für sie gibt und wie diese zu finanzieren sind. Oder welche Möglichkeiten für sie auf dem freien Arbeitsmarkt bestehen oder wo sie welche Anträge stellen können.

Auch Ruth-Ellen Schöpfer machte mit. Sie hat eine Selbsthilfegruppe aufgebaut und nahm bereits am ersten Lehrgang teil. "Ich habe schon Dolmetscher organisiert oder Ratschläge erteilt, wie Betroffene an eine barrierefreie Wohnung gelangen." Sandra Meinert: "Dies alles zu wissen und sich alleine zu trauen, etwas einzufordern, fällt behinderten Menschen auch heute noch nicht immer leicht."

Deshalb sind die beiden Projektleiterinnen froh, dass das Zentrum für selbstbestimmtes Leben diese achtmonatige Ausbildung in Kooperation mit der Stiftung Christlich-Soziale Politik aus Königswinter anbietet. Finanziert wird sie vom NRW-Landesministerium für Arbeit, Integration und Soziales.

Chantal Hausmann sagte: "Ich habe hier einiges dazugelernt." Die Duisburgerin kümmert sich um gehörlose Menschen. Angetrieben durch Fälle in der eigenen Familie engagierte auch sie sich. "Der Austausch mit Referenten, anderen Teilnehmern und den Team-Leiterinnen hat mir sehr viel gebracht." Die Lotsen werden auch nach der Schulung von den Projekt-Mitarbeiterinnen betreut. Jetzt werden die Ergebnisse zunächst evaluiert. Davon hängt ab, ob weitere Lotsenschulungen stattfinden.

Infos gibt es im Zentrum für selbstbestimmtes Leben (ZsL) Köln, Rufnummer 0221/322290, oder per E-Mail unter lotsen@zsl-koeln.de.