Bis nach Santiago de Compostela

Volker Brusius absolviert 548 Kilometer in 14 Tagen

Siebengebirge. Auf seinem Benefizlauf nach Santiago de Compostela kämpft Volker Brusius mit dem Wetter. Mit der Aktion sammelt der 47-jährige Bad Honnefer Spenden für die Ausbildung eines Assistenzhundes für Vanessa Walkembach.

Er läuft und läuft und läuft. Volker Brusius ist seit 14 Tagen unterwegs. Am Aschermittwoch war der 47-Jährige aus Bad Honnef zu seinem Benefizlauf über rund 2400 Kilometer nach Santiago de Compostela, dem Ziel des Jakobswegs, gestartet. Mit jedem Kilometer sammelt Brusius Geld für die kranke Vanessa Walkembach und ihren Herzenswunsch. Sie möchte, dass ihr Retriever Neelo zum Assistenzhund ausgebildet wird, damit er ihr im Alltag helfen kann. Das kostet 20 000 Euro.

Bis Mittwoch war Brusius schon 548 Kilometer gerannt. Die Etappe führte ihn von Colombey-les-Deux-Églises, dem früheren Wohnsitz des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle, über Clairvaux, das durch sein Zisterzienserkloster berühmt ist, nach Essoyes. Dabei ging es viel über kleine Landstraßen. Ein Bett für die Nacht fand er in einen Pfarrheim.

Endlich Rückenwind

Es sei nichts Spektakuläres passiert, schreibt der Läufer auf seiner Facebook-Seite. „Aber vielleicht sind ja auch die kleinen Dinge spektakulär. Zum Beispiel das Glück zu haben, in einem friedlichen Land gesund unterwegs zu sein.“ Endlich hatte er auch mal leichten Rückenwind. Das schlechte Wetter und der ständige starke Gegenwind hatten Brusius in den ersten beiden Wochen zermürbt. Auf der ersten Etappe vom Siebengebirgsgymnasium in Bad Honnef nach Bad Münstereifel hatten ihn noch viele Freunde und Bekannte begleitet. Zwei liefen die gesamte Strecke mit. Bis zur Fähre in Königswinter waren zudem drei Klassen des Sibi dabei, das Vanessa bis 2018 besuchte.

Weiter ging es über Stadtkyll nach Waxweiler, wo er eine echte Jakobsmuschel fand, die nun an seinem Rucksack baumelt. Im Eifelort Prüm hatte er die Wahl zwischen einem 24 Kilometer langen bergigen Abschnitt auf dem Jakobsweg und einem nur 18 Kilometer langen flachen Radweg am Fluss. Er nahm die leichtere Variante. Sicher eine kluge Entscheidung, da ihm noch viele harte Prüfungen bevorstehen.

Am folgenden Tag ging es durch die Südeifel nach Bollendorf in der Nähe von Echternach. Begleitet wurde er von der Bad Honneferin Johanna Bertram und ihrem Hund Filou. Am fünften Tag musste Brusius unter anderem über einen umgestürzten Baum robben, um einen kleinen Fluss zu überqueren. In Grevenmacher wartete eine böse Überraschung auf ihn. Keine Jugendherberge, keine Pension, kein Hotel. Er lief neun Kilometer bis Nittel, um einen Schlafplatz zu finden. Am sechsten Tag scheiterte der 47-Jährige dann erneut bei dem Versuch, in Luxemburg zu übernachten. Auch in Schengen, bekannt durch das Abkommen, suchte er vergeblich nach einer Herberge und musste über die Moselbrücke zum deutschen Städtchen Perl zurücklaufen.

Endlich in Frankreich

Dann war er endlich in Frankreich. Als er die Jugendherberge in Metz erreicht hatte, zeigte der Kilometerzähler auf seiner Uhr knapp 64 Kilometer. Eine Rekordetappe. Über Pont-à-Mousson geht es weiter nach Toul. „Nicht eine Sekunde trocken. Offenes Feld. Saukalter Wind, Sturmböen, Regen direkt ins Gesicht“, schieb Brusius an diesem Tag auf Facebook.

Nach einem Ruhetag in Toul und der Etappe nach Domrémy-la-Pucelle folgte am zwölften Tag eine Ernüchterung. Erneute heftige Sturmböen, Regen und Kälte zwangen den Läufer nach elf Kilometern bis nach Joinville zu trampen. „Liebste Vanessa, ich laufe trotzdem weiter für dich bis ans Ende der Welt“, schreibt er an diesem Tag auf Facebook.

Tags darauf war das kleine Tief jedoch überwunden. Nach 45 Kilometern auf eigenen Füßen richtete er in seinem Zielort Colombey-les-Deux-Églises Charles de Gaulle schöne Grüße von Konrad Adenauer aus Rhöndorf aus.

Über seine Tour berichtet Brusius auf Facebook.