Kommentar zum Lemmerz-Freibad

Vertane Chance

Auch in diesem Jahr werden Schwimmer ihre Bahnen im Lemmerz-Freibad ziehen können – allerdings nicht mehr am frühen Morgen.

Auch in diesem Jahr werden Schwimmer ihre Bahnen im Lemmerz-Freibad ziehen können – allerdings nicht mehr am frühen Morgen.

Königswinter. Der Politik wäre kein Zacken aus der Krone gebrochen, wenn sie den Vorschlag der Freibad-Initiative angenommen hätte. Die Stadt rutscht nicht in ein Haushaltssicherungskonzept ab, nur weil ein paar Frühschwimmer morgens im Siebengebirge ihre Bahnen ziehen. Es ging um 4.500 Euro.

Klar: Das Geld würde man an dieser Stelle nicht einsparen. Die Bäderfreunde hätten ihr Vergnügen aber zumindest weitgehend selbst finanziert. Man hätte aber vor allem ein Signal setzen können, dass bürgerschaftliches Engagement in Königswinter wertgeschätzt wird.

Diese Chance hat man vertan und dadurch leider eine Tradition in der Bäderfrage fortgesetzt. Bei diesem Thema wird seit Jahren in Königswinter nicht miteinander, sondern gegeneinander geredet und gearbeitet. Selbst neuerliche 8.000 Unterschriften für den Erhalt des Freibades hinterlassen bei den meisten Politikern keinen Eindruck mehr. Im Gegenteil: Je stärker der Gegenwind ist, desto geschlossener sind bei ihnen die Reihen. Diese Erfahrung konnte man in den vergangenen Jahren bereits machen, wenn es um die Frage einer Sanierung des Hallenbades oder eines Neubaus ging.

Mit dem Beschluss gegen das Frühschwimmen ist aber noch keine Entscheidung über die Zukunft des Freibades gefallen. Dies möchte sich die Politik für den Abschluss der Haushaltsberatungen aufheben. Möglicherweise wird sie dann über einen Vorschlag der Initiative entscheiden müssen, den Betrieb des Bades in Eigenregie zu übernehmen. Mal schauen, wie man sich dann verhält.