Havarie bei Königswinter

Ursache für Schiffskollision auf dem Rhein noch unklar

KÖNIGSWINTER. Nach der Schiffskollision auf dem Rhein bei Königswinter konnte das Güterschiff geborgen werden und das zweite Schiff seine Fahrt fortsetzen. Die Ursache für die Havarie am Freitag ist noch unklar.

Nach der Havarie zweier Schiffe am Freitag auf dem Rhein bei Königswinter konnte das Güterschiff am Samstag geborgen und in einen Reparaturhafen geschleppt werden. Das zweite Schiff konnte seine Fahrt am Sonntag fortsetzen. Das mit Tonerde beladene Güterschiff "Enyo" konnte am Samstagabend in einen Reparaturhafen geschleppt werden. Zuvor hatte man die beladene Tonerde von dem Frachter auf ein anderes Schiff umgeladen. Damit sollte dem havarierten Schiff mit weniger Gewicht wieder mehr Auftrieb gegeben werden - offenbar mit Erfolg, wie es gegen 21 Uhr am Samstagabend hieß.

Das zweite an der Kollision beteiligte Schiff, der Tanker "Manouk", habe nach Absprache mit einem Sachverständigen am Nachmittag die Fahrt zum Zielhafen fortführen können, teilte die Wasserschutzpolizei am Sonntag mit. Ein Mechaniker hatte zuvor zunächst noch die Maschinen überprüfen müssen.

Das Wasser- und Schiffahrtsamt sowie die Wasserschutzpolizei sind derweil weiter damit beschäftigt, die Unfallursache aufzuklären. Der Schiffsverkehr auf dem Rhein war laut Wasserschutzpolizei durch den Unfall nicht beeinträchtigt.

Grund der Kollision noch unklar

Nach den bisherigen Ermittlungen war der Frachter "Enyo" am Freitagvormittag talwärts unterwegs, während das Tankschiff "Manouk", das mit dem brennbaren Lösemittel Xylol beladen ist, in die Gegenrichtung fuhr. Aus bisher noch ungeklärter Ursache war es dann zur Kollision gekommen. Weder ein technischer Defekt noch menschliches Versagen sind auszuschließen.

Der Kapitän der "Enyo" habe das Schiff dann so weit wie möglich in Richtung Ufer gesteuert, um die Fahrrinne freizuhalten, bevor der vollgelaufene Bug auf einer Sandbank nahe eines Schiffsanlegers aufsetzte. Die Schotten wurden dichtgemacht, so dass das Schiff nicht weiter mit Wasser volllaufen konnte. Durch den Zusammenstoß, so Frank Frenser, Pressesprecher der Bonner Berufsfeuerwehr, sei der Frachter leckgeschlagen und habe sich gedreht.

Auch der Tanker wurde bei dem Zusammenstoß beschädigt, rund 30 Kubikmeter Wasser drangen in eine Zwischenkammer des Schiffs ein. „Das Leck liegt oberhalb der Wasserlinie, daher kommt kein weiteres Wasser hinzu“, so der Pressesprecher. Die Ladung war nicht betroffen, „der Rest ist dicht“. Auf dem Tanker wurden zwei Personen leicht verletzt, sie wurden rettungsdienstlich betreut. Die  Manouk ging in Höhe Clemens-August-Straße vor Anker.

Die Feuerwehren aus Königswinter, Bad Honnef und Bonn, Rettungsdienste, Polizei und Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sowie die Feuerlöschboote aus Remagen und Köln und ein Rettungshubschrauber waren im Einsatz – insgesamt rund 70 Einsatzkräfte.

Um 8.45 Uhr am Freitag war der Einsatz bei den Hilfskräften eingegangen. „Es gibt in diesem Fall einen festen Einsatzplan“, erläuterte Frenser vor Ort. Besonders, da die Lage zunächst unklar war und die Wehr davon ausgehen musste, dass eine Person in den Rhein gefallen war – eine Annahme, die sich vor Ort jedoch glücklicherweise nicht bestätigte –, rückten auf beiden Seiten des Rheins die Einsatzkräfte aus: in Godesberg die Bonner Berufsfeuerwehr, auf der rechtsrheinischen Seite die Kollegen aus Königswinter und Honnef.

Hubschrauber im Einsatz

Für das Geschehen auf dem Wasser ist die Berufsfeuerwehr Bonn zuständig. Zudem wurden, da auch die Ladung noch unbekannt war, Feuerlöschboote aus Köln und Remagen angefordert sowie ein Hubschrauber, der die Suche nach einer Person im Rhein hätte unterstützen können. Daher war auch die DLRG im Einsatz, die anschließend die Unfallstelle sicherte, für den Fall, dass doch jemand ins Wasser fallen sollte. Auch die Wasserschutzpolizei war vor Ort.