Geschäftsstelle des Jobcenters

Umzug in den Bahnhof ist geplatzt

Doch noch kein Ankermieter für den Bahnhof: Der Hennefer Investor muss weitersuchen.

Doch noch kein Ankermieter für den Bahnhof: Der Hennefer Investor muss weitersuchen.

BAD HONNEF. Die Bad Honnefer Geschäftsstelle des Jobcenters Rhein-Sieg wird doch nicht in den Königswinterer Bahnhof ziehen. Die Trägerversammlung des Jobcenters hat die Entscheidung für den Umzug in die Immobilie zurückgenommen.

Das bestätigte Geschäftsführer Ralf Holtkötter am Freitag auf Anfrage. Als Grund nannte Holtkötter, dass der Träger das Gebäude nicht für geeignet gehalten habe. Nach Informationen des General-Anzeigers wurden mitunter die Vibrationen durch vorbeifahrende Züge und eine mögliche gesundheitsgefährdende Wirkung auf die knapp 30 Mitarbeiter bemängelt.

Zum 30. Juni dieses Jahres läuft, wie im Dezember bereits berichtet, der Mietvertrag in der derzeitigen Niederlassung an der Rhöndorfer Straße aus. Der Vermieter wollte für einen etwaigen Folgevertragsabschluss die Miete erhöhen. Außerdem sind im Gebäude grundlegende umfangreiche Sanierungen notwendig. Es gab nach Informationen des General-Anzeigers zwar ein überarbeitetes, aus Sicht des Jobcenters besseres Angebot des jetzigen Vermieters. Aber offenbar entspricht es immer noch nicht den Vorstellungen des Jobcenters. "Wir suchen weiter nach geeigneten Alternativen im Siebengebirge - sowohl in Bad Honnef als auch in Königswinter", sagte Ralf Holtkötter.

Gestern sind die Bürgermeister beider Städte über die Entscheidung der Trägerversammlung informiert worden. "Für Königswinter ist das dramatisch, weil wir dachten, endlich einen Ankermieter gefunden zu haben, um Bewegung in das Projekt am Bahnhof zu bringen", sagte der Königswinterer Bürgermeister Peter Wirtz.

Der Hennefer Investor LBB Immobilien hat das Grundstück im Jahr 2013 gekauft und plant dort unter anderem einen gastronomischen Betrieb mit Außenbewirtung. Dass das Unternehmen Bahnhöfe bewirtschaften kann, hat es bereits in Hennef gezeigt. Bad Honnefs Bürgermeister Otto Neuhoff befindet sich zurzeit im Urlaub und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der aktuelle Platzbedarf für eine Niederlassung im Siebengebirge liegt bei rund 800 bis 1000 Quadratmetern. Dem Vernehmen nach gibt es momentan einige Mietobjekte, die zumindest vordergründig den Ansprüchen des Jobcenters - auch was die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln angeht - genügen könnten. Sie müssen aber noch eingehender geprüft werden.

Mehr als 3000 Kunden

Das Jobcenter in Bad Honnef betreut, Stand Dezember 2014, 2237 Königswinterer und 1131 Bad Honnefer Empfänger des Arbeitslosengeldes II, die regelmäßig die Geschäftsstelle aufsuchen. Zentrale Aufgabe ist, die Kunden in sozialversicherungspflichtige Jobs zu bringen oder sie erfolgreich auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu beraten. Vor zehn Jahren sollte die Niederlassung ursprünglich in Königswinter unterkommen, dort fand sich aber keine passende Immobilie.