Pflegeheim im Adam-Stegerwald-Haus

Umbau zum "Kaiser Palais" beginnt

Die ehemalige Tagungs- und Bildungsstätte der Jakob-Kaiser-Stiftung wird in kommenden Jahr zu einem Pflegeheim umgebaut.

Die ehemalige Tagungs- und Bildungsstätte der Jakob-Kaiser-Stiftung wird in kommenden Jahr zu einem Pflegeheim umgebaut.

KÖNIGSWINTER. An der Königswinterer Hauptstraße 487 wird in den kommenden Wochen eine Baustelle eingerichtet, um das unter Denkmalschutz stehende Adam-Stegerwald-Haus zum Pflegeheim "Kaiser Palais" mit angeschlossenem betreuten Wohnen umzubauen.

Die Stadt Königswinter hat die Baugenehmigung erteilt, die Bauzeit soll voraussichtlich mehr als ein Jahr betragen.

Die Investorin plant, die Kaiser-Palais-I-Königswinter GmbH, ein Altenheim mit 80 Plätzen sowie neun Wohnungen mit einer Fläche zwischen 50 und 65 Quadratmetern zu errichten, die über einen ambulanten Dienst versorgt werden können.

Einen Betreiber gibt es schon: Die Carpe Diem Gesellschaft für den Betrieb von Sozialeinrichtungen GmbH mit Sitz in Wermelskirchen wird das Objekt für einen Zeitraum von 20 Jahren mit Option auf weitere zehn Jahre anmieten. Das bestätigte Martin Niggehoff aus der Wermelskirchener Geschäftsführung: "Im Haus wollen wir als Dienstleister für Pflege ein Rundum-Paket anbieten."

Dazu gehörten neben einem ambulanten Pflegedienst, der auch mobil für andere Bürger unterwegs sein wird, ein Essen-auf-Rädern-Angebot, eine eigene Wäscherei und Reinigung im Haus sowie ein öffentlich zugängliches Café, "um die Umgebung aufzuwerten", wie Niggehoff sagte. Er schätzt, dass rund

120 Mitarbeiter für den Betrieb an der Hauptstraße notwendig sein werden. Carpe Diem betreibt eigenen Angaben zufolge insgesamt 21 solcher Einrichtungen in ganz Deutschland.

Zunächst ist aber der Umbau bis Februar 2017 geplant, sagte Projektleiter Martin Grueters von der Kaiser-Palais-I-Königswinter GmbH dem General-Anzeiger. Insgesamt werden rund 13,5 Millionen Euro in die Immobilie investiert.

Das unter Denkmalschutz stehende Haus hat seine Tücken. Grueters bezeichnete die Zusammenarbeit im Vorfeld mit der Unteren Denkmalbehörde in der Stadtverwaltung und dem Landschaftsverband Rheinland als "sehr kooperativ". Knifflig sei beispielsweise der Einbau von Aufzügen, um die notwendige Barrierefreiheit zu gewährleisten. "Die alten Holztüren bleiben erhalten. Wir haben eine Lösung gefunden, Brandschutztüren davor zu setzen", erklärte Grueters.

Als vorbereitende Maßnahmen müssen zunächst Pflanzen und Bäume an der Remigiusstraße entfernt werden, um dort einen ergänzenden Neubauriegel errichten zu können. Anschließend erfolgt der Aushub der Baugrube, Sicherungsmaßnahmen und das Aufstellen des Baukrans. Während der Bauzeit müssen Fußgänger die Straßenseite wechseln, der Autoverkehr kann aber wie gewohnt weiter fließen.  Nach dem Umbau wird neu bepflanzt. Die Außenflächen sollen als japanischer Garten hochwertig angelegt werden, um den Bewohnern Ruhe und Erholung zu ermöglichen.

Bis vor zwei Jahren war das Adam-Stegerwald-Haus Tagungs- und Bildungsstätte (siehe Kasten zur Geschichte). Die Jakob-Kaiser-Stiftung war für das Bildungsprogramm vor Ort zuständig und zugleich Eigentümerin der Immobilie. Die notwendige umfangreiche Sanierung hätte die Stiftung aber finanziell nicht stemmen können. Deshalb verkaufte sie im vergangenen Jahr das Gebäude schweren Herzens an die Braunsfelder Projektentwicklung und Immobilienverwaltung (BPI) mit Sitz in Köln. Für die Sanierung an der Hauptstraße hat das Unternehmen eigens die Kaiser-Palais-I-Königswinter GmbH gegründet.