Gut Sülz in Oberdollendorf

Tristesse statt Vorzeigeplatz

Nieselregen über der Baustelle: Die Arbeiten am Platz vor Gut Sülz gehen nur schleppend voran. Die Anwohner sind genervt. FOTO: JANSSEN

Nieselregen über der Baustelle: Die Arbeiten am Platz vor Gut Sülz gehen nur schleppend voran. Die Anwohner sind genervt.

OBERDOLLENDORF. "Das ist nicht meine Baustelle", sagt Theo Krämer. Das sagt der Königswinterer Dezernent in letzter Zeit häufiger. Denn die gefühlte Dauerbaustelle vor Gut Sülz in Oberdollendorf stinkt Besuchern und Anwohnern mächtig.

Zuständig für die Baustelle ist in der Tat der Rhein-Sieg-Kreis. Und dort muss man bekennen: Auch der bereits verschobene Termin konnte nicht eingehalten werden. Heute gibt es einen weiteren Ortstermin, die Fertigstellung des Platzes ist nun für Ende November geplant.

Im Rahmen der Regionale 2010 soll der Platz neu gestaltet werden, 340.000 Euro wird das kosten. Davon entfallen 80 Prozent aufs Land, vom Rest übernimmt die Stadt Königswinter ein Drittel, zwei Drittel der Kreis. Dafür soll die alte Natursteinmauer saniert werden und die Bachstraße an Breite gewinnen. Der bisherige Straßenbelag soll entfernt werden und die Kreuzung ein Pflaster aus Basaltsteinen bekommen. So weit die Planung. Allerdings tut sich derzeit auf der Baustelle wenig. Morgens um 9.30 Uhr nieselt der Regen auf die Tristesse des Platzes. "Hier steht manchmal einer mit einem Besen rum und schaut einem anderen zu, wie er einen Stein von rechts nach links trägt", beschreibt ein Anwohner es zynisch. Andere sehen gar Parallelen zwischen dem Berliner Flughafen und der Baustelle vor der eigenen Haustüre.

Auch Krämer hat die breite Front der Unzufriedenheit bereits mehrmals zu spüren bekommen. "Wir haben das an den Rhein-Sieg-Kreis weitergegeben." Und dass auf der Baustelle nicht unbedingt reges Treiben herrscht, habe man bei der Königswinterer Verwaltung ebenfalls mitbekommen. "Aber man hat uns seitens des Kreises versichert, dass der Bauleiter, der im Urlaub war, nun wieder da ist und es mit verstärktem Personaleinsatz weitergeht." Eigentlich war geplant, mit den Arbeiten bereits Anfang April zu beginnen. Allerdings ergaben sich bereits damals Verzögerungen, weil Bodenuntersuchungen durchgeführt worden waren und es Statikprobleme bei der Wiederherstellung der alten Bruchsteinmauer gegeben hatte. Also wurde die Bauzeit neu kalkuliert, nun ging man von einer Fertigstellung am 16. Oktober aus.

Dass man von einer Fertigstellung noch weit entfernt ist, zeigt ein Blick auf die Baustelle. "Bei der weiteren Bauausführung wurden schlechte Untergrundverhältnisse der Straße im Bergbereich der Einmündung zum Mühlental festgestellt", so Katja Eschmann, Sprecherin des Rhein-Sieg-Kreises auf Anfrage des General-Anzeigers. Sie macht aber auch deutlich: "Die im Übrigen schleppende Bauausführung ist vom Rhein-Sieg-Kreis bei Ortsterminen bereits bemängelt worden." Und sie fügt hinzu: "Am heutigen Donnerstag findet eine weitere Baustellenbegehung statt; sollte sich daraus Handlungsbedarf gegenüber der bauausführenden Firma ergeben, so wird dies unverzüglich erfolgen." Die Chancen auf eine Fertigstellung steigen also.