Kommentar zum Kneipensterben

Traurige Entwicklung

Ralph Senkel schließt den Sängerhof Mitte Dezember.

Ralph Senkel schließt den Sängerhof Mitte Dezember.

Königswinter. Op de Hüh in Bockeroth, Zum Siebengebirge in Eudenbach, der Sängerhof in Ittenbach und bald das Margarethenkreuz - eine Gaststätte nach der anderen in Königswinter schließt. Jedes Mal verliert ein Dorf einen Treffpunkt, bedauert Hansjürgen Melzer.

Jetzt schließt also auch der Sängerhof. Nach 68 Jahren endet der Hotelbetrieb. Bereits Anfang des Jahres kam das Aus für die Gastronomie. Der Sängerhof teilt das Schicksal der nur wenige hundert Meter entfernten Gaststätte Zur Alten Post.

Für das Objekt, das der Oberdollendorfer Gastronom Andreas Lelke 2012 gekauft hatte, suchte er lange vergeblich einen Pächter. Mit der Folge, dass das Haus später abgerissen wurde. Heute steht an der Stelle ein Haus mit 13 Wohnungen. Ebenso viele Wohnungen werden demnächst im Sängerhof entstehen.

Wohnraum im Siebengebirge ist begehrt – dagegen schreitet das Kneipensterben fort. Die Ortsansässigen haben gerade in Orten wie Ittenbach offenbar kein Interesse an solchen Treffpunkten.

Das nächste Gasthaus steht ebenfalls bereits zum Verkauf: Paul Bachem möchte das Restaurant-Café Margarethenkreuz mit 175-jähriger Familientradition loswerden, weil seine Kinder nicht in seine Fußstapfen treten wollen. In Bockeroth schloss Anfang 2017 die Gaststätte Op de Hüh. Nicht besser erging es Anfang dieses Jahres der Gaststätte Zum Siebengebirge in Eudenbach.

Es ist zu befürchten, dass sich dies fortsetzt. Alle Kneipen machen zu, weil der Besuch zu wünschen lässt oder sich der Aufwand aus anderen Gründen nicht mehr lohnt. Dadurch fehlen immer häufiger die Versammlungsflächen, in denen sich die Menschen in den Ortschaften treffen können. Eine traurige Entwicklung.