Petersberg wird aufpoliert

Traditionsreiches Gästehaus wird für Millionen saniert

Glänzende Aussichten für die Zukunft des Petersbergs als Hotel und Gästehaus.

SIEBENGEBIRGE. Wichtige Entscheidung für den Petersberg: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat den Betrieb der Petersberg GmbH zum 1. Januar 2013 vom Bund übernommen und will nun mit umfangreichen Investitionen die Weichen für die Zukunft des traditionsreichen Gästehauses des Bundes stellen. Das teilte die Anstalt am Donnerstag mit.

In das Fünf-Sterne-Hotel, dessen Betreiber nach bestehenden Verträgen mindestens bis 2019 die Steigenberger-Gruppe bleibt, soll sehr viel Geld gesteckt werden. Wie viel, ließ die BImA am Donnerstag offen. Da jedoch nicht nur renoviert, sondern auch in die Substanz des Gebäudes investiert werden soll, dürfte es sich um Kosten von mehreren Millionen Euro handeln.

"Der Petersberg soll dadurch eine echte Zukunftsperspektive erhalten, und zwar ohne seinen besonderen Charme zu verlieren, den er aus seiner Historie bezieht", sagte BImA-Vorstand Axel Kunze.

Strukturelle Veränderungen sollen die Existenz des Gebäudes, das ursprünglich mal als Gästehaus des Bundes konzipiert war, auch als Hotel sichern. Zum Beispiel durch einen Umbau, der das Verhältnis der relativ geringen Zahl von Zimmern zur Anzahl der Veranstaltungsräume verbessert.

Zumindest mittelfristig sollen die Übernachtungskapazitäten erweitert werden. Kunze: "Die derzeitige Anzahl von weniger als 100 Zimmern ist ein großer Nachteil im Wettbewerb um zukünftige Kongresse und Konferenzen. Um das Hotel wirtschaftlich betreiben zu können, werden zusätzlich 50 bis 60 Zimmer benötigt."

Beide beteiligten Partner, die Bundesanstalt und die Steigenberger-Gruppe, sind sich einig, dass mit den Arbeiten so bald wie möglich, in jedem Fall aber noch in diesem Jahr, begonnen werden soll. Ein Architektenbüro wird die Planung erarbeiten, zu der auch die energetische Sanierung des Gebäudes gehört. In Gesprächen mit Kunze und BImA-Vorstandssprecher Jürgen Gehb sagten Vertreter des Rhein-Sieg-Kreises und der Stadt Königswinter ihre Unterstützung bei einer schnellen und positiven Begleitung des Vorhabens zu.

Landrat Frithjof Kühn und Bürgermeister Peter Wirtz zeigten besonderes Interesse an einer Stärkung der Außengastronomie, beispielsweise durch einen Pavillon. "Ich bin froh, dass die BImA in den Petersberg investiert, was für den Fortbestand des Hauses dringend erforderlich ist", sagte Kühn gestern dem GA. Besonders wichtig sei ihm auch, dass die Menschen aus der Region wieder gerne zum Kaffeetrinken auf den Berg fahren würden. "Ich freue mich für die Stadt, dass in dieses Vorzeigehotel so investiert wird. Das ist gut für Königswinter", meinte auch Peter Wirtz.

Hotel mit Geschichte:
Das Grandhotel auf dem Petersberg gehörte einst der Kölner Parfum-Dynastie Mülhens. Nach dem Zweiten Weltkrieg wählten die Siegermächte das Hotel zum Sitz der Alliierten Hohen Kommission. Anschließend wurde das Hotel als Gästehaus der Bundesrepublik genutzt. 1978 erwarb der Bund den Petersberg. Das Hotel wird seit der Neueröffnung 1990 von der Steigenberger-Gruppe betrieben.