Infoveranstaltung des Förderkreises Landwirtschaft

Thema Gülle bewegt die Landwirte

Königswinter. "Seit der Berichterstattung in der Presse über die holländischen Gülletransporte stehen wir alle unter Generalverdacht", beklagt Landwirt Willi Quink. Und betont: "Das ist eine Verunglimpfung eines ganzen Berufsstandes."

Er wünsche sich eine differenzierte Sichtweise. "Die meisten von uns arbeiten so, wie es sein sollte, im Einklang mit der Natur - und der Gülleverordnung." Nicht jeder Güllelaster aus Holland, der im Siebengebirge gesichtet werde, tue etwas Unrechtes. Im Gegenteil: "Wir brauchen die Gülle als Düngemittel."

Aber da es im Siebengebirge nur noch wenige Viehbetriebe gebe, reiche die Gülle nicht, man sei auf die Importe angewiesen. Zwar sei die Ausbringung in Eisbach nicht erlaubt gewesen, Quink kann sich aber vorstellen, dass es sich dabei um ein Versehen handelte, da die entsprechende Verordnung erst zu Beginn dieses Jahres in Kraft getreten ist.

Das hält auch Albert Beyel, stellvertretender Vorsitzender der Kreisbauernschaft, für möglich, mahnt aber: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht." Dem ehemaligen Regierungspräsidenten und jetzigen VVS-Vorsitzenden Hans Peter Lindlar ist das Thema aus Kölner Zeiten bekannt. Er betonte, dass es sich bei der nicht erlaubten Ausbringung meist um ein grenznahes Problem handelt. "Je weiter man von der Grenze weg ist, umso unwahrscheinlicher ist das."