Anlieger in Ittenbach verärgert

Streit um Straßenausbau des Döttscheider Wegs

Der Ausbau des Döttscheider Wegs ist ein Streitthema.

Der Ausbau des Döttscheider Wegs ist ein Streitthema.

Ittenbach. Der Ärger unter den Bewohnern des Döttscheider Wegs ist groß: Erst hatte die Stadt Königswinter sie über die Ausbaumöglichkeiten für ihre Straße abstimmen lassen, dann entschied der Bauausschuss ganz anders.

So richtig kann Amelie Erdnüss immer noch nicht verstehen, was da passiert ist. Mit großer Mehrheit hatten sich die Anlieger auf einer Bürgerversammlung im vergangenen Jahr zum Ausbau des Döttscheider Wegs für eine Mischverkehrsfläche ausgesprochen. Gebaut wird jetzt jedoch nach dem Trennprinzip. Nur der Abschnitt zwischen „Im Tälchen“ und „Im Tälchen/Im Kleefeld“ soll Mischverkehrsfläche werden. „Das ist für uns sachlich widersprüchlich“, so Erdnüss. Sollten Anwohner einen anderen Ausbau bevorzugt haben, „dann wurde das nicht transparent gemacht“.

Ebenfalls nicht transparent genug war offenbar die Entscheidungsfindung. „Hier in der Straße wird viel auf die Stadtverwaltung geschimpft“, berichtet Erdnüss. Doch nicht die Verwaltung hat diesen Beschluss gefasst – sondern die Politik. Wie der General-Anzeiger berichtete, wollte die Opposition aus Sozialdemokraten und Köwis im Bauausschuss dem Willen der Anlieger und damit auch dem Vorschlag der Stadtverwaltung folgen, während die Koalition aus CDU, FDP und der Grünen Alternative Königswinter für den getrennten Ausbau votierte. Die Stadtverwaltung setzt diesen Beschluss nun pflichtgemäß um.

CDU führt Schulwegsicherheit an

Federführend für diese Entscheidung in der Koalition war Christdemokrat Franz Gasper. Und der Ittenbacher steht zu dieser Entscheidung. „Oberste Prämisse ist, dass es sicher ist. Besonders, da es sich um einen Schulweg handelt. Daher ist die nun gewählte Variante die sinnvollste“, ist er überzeugt.

Auch sei er sich gar nicht sicher, ob tatsächlich die Mehrheit der Anwohner für die Mischverkehrsfläche ist. „Nach der Versammlung sind jede Menge Leute auf uns zugekommen und haben sich dagegen ausgesprochen“, so der Kommunalpolitiker, der auch Vorsitzender des Planungsausschusses ist.

Gasper befürchtet, dass bei einer Mischverkehrsfläche „die Autos parken, wie sie wollen“. Vor allem mit Blick auf die Sicherheit der Kinder ist aus seiner Sicht eine klare Regelung besser. Dass das beim Trennprinzip so ist, begründet er unter anderem mit der Ittenbacher Kirchstraße, die niveaugleich ausgebaut ist. „Das funktioniert da hinten und vorne nicht“, meint Gasper. „Die Autofahrer fahren voll über die Gehwege.“ Und parkten diese auch zu. Gasper zum GA: „Sicherheit muss vorgehen.“

Anwohner hoffen auf einen Kompromiss

Erdnüss kann dem so nicht folgen. „Durch die leichte Abschüssigkeit der Straße in Richtung Döttscheid, die unregelmäßigen Absenkungen für die Grundstücksausfahrten und eine zusätzliche Abschrägung zur Fahrbahn hin ist dieser Bürgersteig gerade für ältere Menschen, Personen mit Rollatoren und für Eltern mit Kinderwagen verunsichernd und schwierig zu begehen“, glaubt sie. Sie appelliert daher an die Politik, noch einmal über einen Kompromiss nachzudenken.

Eine Konsequenz hat man in der Politik allerdings aus der Diskussion zum Ausbau des Döttscheider Weges bereits gezogen: Den Bürgern soll bei der Vorstellung des geplanten Ausbaus von Straßen künftig nur noch eine Variante vorgelegt werden. „Der Planer präsentiert seine Entwürfe dem Ausschuss, und die dort bevorzugte Variante wird dann den Bürgern vorgestellt“, so Gasper. Und: „Die Anregungen der Anwohner sind für den Ausschuss nicht bindend“, betont der CDU-Politiker. Vielmehr gehe es darum, den Bürgern zu erklären, was passiere.